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Nord-Ostsee-Kanal : Neues Leuchtfeuer weist den Weg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vorbote des Schleusenneubaus am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel: 15,5 Meter hoher und 30 Tonnen schwerer Stahlbau steht an der verlängerten Mole 2. Kosten: 650000 Euro.

Für die nächsten 100 Jahre soll der 15,5 Meter hohe, zylindrische Leuchtfeuerträger der Mole 2 mit kegelförmigen Dach, zwei umlaufenden Galerien und einem Radarmast die Ein- und Ausfahrt des 1895 eingeweihten Nord-Ostsee-Kanals markieren. Gestern wurde der rund 625 000 Euro teure und fast 30 Tonnen schwere Stahlkörper mit einem Durchmesser von drei Metern per Schwimmkran von einem Arbeitsponton aus an seinem Bestimmungsort aufgestellt. Dieser befindet sich auf der Schleuseninsel zwischen der kleinen und der großen Schleusenanlage.

Noch ist der Leuchtfeuerträger komplett Rot lackiert, um entsprechend einem roten Backbordlicht den alten Vorhafen zu kennzeichnen. Sobald jedoch die neue, fünfte Schleusenkammer fertiggestellt ist, erhält der von der Hitzler-Werft in Lauenburg gefertigte Bau einen zusätzlichen Anstrich in Grün, während der jetzige Leuchtturm Mole 3 wegfällt. „Die Kombination von Rot und Grün signalisiert den Schiffen, dass das Fahrwasser an dieser Stelle abzweigt“, erklärt Arnold Sothmann vom Brunsbütteler der Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA).

Rund fünf Jahre betrug die reine Planungszeit. Bei der Ausschreibung setzte sich die Tiefbau Aktiengesellschaft Unterweser (TAGU) gegen fünf Mitbewerber durch. Für den den Stahlbau wurde die Hitzler-Werft mit ins Boot geholt. Knapp ein Jahr betrug die Bauzeit der Stahlkonstruktion, die mit der Aufstellung einen krönenden Abschluss erfuhr. Lediglich die betriebstechnische Einrichtung muss noch installiert werden. Dazu zählt unter anderen die gerade einmal 100 Watt starke Signalglühlampe, die es aufgrund einer speziellen Gürtellinse auf eine Leuchtweite von über zwölf Seemeilen – das entspricht über 22 Kilometer – bringt.

„Es war eine unheimlich interessante Erfahrung, mal einen Leuchtturm zu bauen, da wir sonst nur Schiffe fertigen“, erzählte Hitzler-Mitarbeiter Wilfried Haup. Für ihn erwies sich der Bau des Leuchtfeuerträgers als kleine Herausforderung: Da das Unternehmen keine passenden Walzen zum Biegen der Bleche vorhalten konnte, wurde in die Trickkiste gegriffen und hilfreiche Vorrichtungen in Eigenregie gefertigt. Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich Arnold Sothmann, der den reibungslosen Verlauf des Aufstellens vor Ort beaufsichtigte.

Aufgrund der Wettervorhersagen war die Aufstellung des Leuchtfeuerträgers um einen Tag vorgezogen worden. Bei Windstille und glattem Wasser wurden die in der betonierten Bodenplatte eingelassenen Gewindestangen, durch die vorgesehenen Bohrlöcher in der Stahlkonstruktion geführt und anschließend verschraubt – Millimeterarbeit.


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