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TSI-Heim Itzehoe : Neues Leben im alten Sportzentrum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Itzehoer Gastronom Vural Tuna hat große Pläne für das frühere TSI – und noch viele Auflagen zu erfüllen.

von
erstellt am 20.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Es ist kurz vor sieben. Und das schon seit vielen Jahren – die Uhr in der entkernten Tennishalle ist längst stehen geblieben. Mehr als ein Jahrzehnt ist es her, dass im früheren Tennis- und Squash-Zentrum TSI in der Kastanienallee Betrieb herrschte. Jetzt will der Itzehoer Gastronom Vural Tuna (38) wieder Leben hineinbringen. Doch er steht vor hohen Hürden.

Seit Mitte 2010 gehört das TSI Unternehmern aus Oststeinbek bei Hamburg, die es in der Zwangsversteigerung erworben hatten. Sie investierten, rissen viel heraus, legten das Gebäude trocken – doch aus den Plänen für eine Sport- und Freizeitnutzung, zum Beispiel durch einen Indoor-Spielplatz, wurde nichts. Lange passierte nichts mehr, das TSI verfiel weiter und wurde offenbar ein beliebter Ort für Vandalen. Allein seit Dezember vergangenen Jahres registrierte die Polizei vier Vorfälle: Kupferkabel der Heizungsanlage wurden gestohlen, Glasscheiben zerstört. Die Glasfront der Tennishalle ist längst demoliert und offen, im hinteren Bereich des Gebäudes sieht es teilweise wild aus.

„Wir müssen natürlich ein paar Sachen machen“, sagt Vural Tuna. Er hat klare Vorstellungen für das TSI: „Ich möchte da gern Veranstaltungen machen.“ Geplant sind sie in der alten Tennishalle, den Zugang zum restlichen Bereich will er verschließen. In zwei bis drei Monaten solle es mit einer Party mit prominenter Besetzung losgehen, danach könne etwa alle zwei Monate wieder etwas stattfinden. Tuna betreibt bereits die Bar 41 und den 24-Stunden-Kiosk am Sandberg, aus dem ehemaligen China-Restaurant neben der Bar 41 will er ein Steak-Restaurant machen. Zudem plant er eine Tankstelle am Leuenkamp, eine Tankstelle in Lägerdorf hat der 38-Jährige bereits. Für das TSI sei mit der Stadtverwaltung alles für die Auftaktveranstaltung geklärt, sagt Tuna.

Das sieht man im Rathaus deutlich anders. Einen Ortstermin in der Kastanienallee mit Bauaufsicht und Ordungsamt gab es. Ergebnis laut Holger Pump, Leiter des Amtes für Bürgerdienste: „Eine ganze Latte von Forderungen, die erfüllt werden müssen, damit auch nur ansatzweise dort eine Veranstaltung stattfinden kann.“ Brandschutz sowie Wege und Beleuchtung im Außengelände und ein komplett abgeschlossener hinterer Gebäudebereich sind nur Beispiele. Außerdem der Lärmschutz: Grundsätzlich könne das TSI für nicht mehr als zwölf Veranstaltungen im Jahr genutzt werden, so Pump. Doch schon in den 90er Jahren gab es Klagen von Anwohnern: „Das könnte wieder passieren.“ Gern wolle die Stadt das Vorhaben unterstützen, betont der Amtsleiter. Doch er ist sehr skeptisch, ob sich die Voraussetzungen in angemessener Zeit und mit vertretbarem Aufwand erfüllen lassen. Das gelte übrigens auch für Tunas Plan, in dem ehemaligen China-Restaurant zum Weinfest eine Schlagerparty zu veranstalten. Dafür wie für das TSI gelte: „Wir haben keinerlei schriftliche Konzepte bis jetzt.“

Für den Gastronom steht über allem, Leben in die Stadt zu bringen: „Es muss was gemacht werden in Itzehoe, wir haben ja nichts hier!“ Das TSI sei als Partyraum „exzellent“ und auch für anderes wie Abi-Bälle, Hochzeiten oder Flohmärkte geeignet, die Bausubstanz sei in Ordnung. Ab Ende des Monats solle die Tennishalle hergerichtet werden, auch mit Blick auf den Lärmschutz. Wenn das geschafft sei, werde der Antrag auf Genehmigung gestellt: „Es sollte keine Probleme geben.“

Das wird sich zeigen. Immerhin löst Tuna ein dringendes Problem, wenn er im TSI zu bauen beginnt. Denn im Rathaus schaut man derzeit mit besonderer Aufmerksamkeit auf das alte Sport- und Freizeitzentrum. Pump: „Das Grundstück ist aus unserer Sicht im Moment nicht sicher.“

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