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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 21:46 Uhr

Kommunalpolitik : Neues Leben im alten Rathaus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

SPD hat eine Menge Ideen, wie das historische Rathaus in Kellinghusen nach dem Auszug der Verwaltung gut genutzt werden kann.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2015 | 05:23 Uhr

Kunst, Kultur, Jungunternehmen - reges Leben im historischen Rathaus wünscht sich die SPD nach dem Auszug der Verwaltung. „Ein kreativer Punkt für unterschiedliche Professionen“, umreißt Fraktionschefin Ute Burkhard die SPD-Idee für das alte Gemäuer. Ausgesperrt bleibt auch die Liebe nicht: „Eheschließungen im holzvertäftelten großen Ratssaal sollen weiterhin möglich sein“, unterstreicht Reinhard Rübner. Auch Monja Niesemann ist überzeugt: „Ein solches Angebot wird für viele Menschen interessant sein.“

Wo derzeit noch Haushaltszahlen der Kommune errechnet, Bürgermeister ihres Amtes walten und städtische Gremien Sitzungen abhalten, wird sich bald die letzte Rathausmaus verabschiedet haben. 2016 gehen im historischen Rathaus nach exakt 108 Jahren die Lichter aus. Damit das nicht so bleibt, veranstaltete die SPD während der jüngsten Klausurtagung ein Brainstorming zum Thema Rathaus- Nachnutzung. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht“, sagt Burkhard. Den Zuschlag bekam schließlich ein Vorschlag von Reinhard Rübner.

„ Das Haus soll vermietet werden“, erklärt er. Seiner Schätzung nach bietet das Gebäude rund 20 Personen Platz für unterschiedliche Verwirklichung. Klar ist für den SPD-Vertreter aber: „Um einen Umbau kommen wir nicht herum.“ Kleinere Räume müssten voneinander getrennt, ein schnelles Internet eingerichtet werden, nennt er mögliche Veränderungen. Auch der Anbau eines Fahrstuhls wäre wohl unumgänglich.

Clou der SPD-Idee: Nach der Herrichtung sollte die Stadt das Haus an die dann gegründeten Stadtwerke übergeben. „Die Stadtwerke richten dort dann ihr hauptamtlich besetztes Büro ein, das gleichzeitig Schreib- und Poststelle für alle Mieter im Haus ist“, erklärt Rübner. Die Fläche im ersten Stock mit der bereits vorhandenen Teeküche böte sich außerdem als Treff- und Kommunikationspunkt an.

Für die Umsetzung des SPD-Vorschlags bietet der Baukörper im Erd- und Obergeschoß viel attraktiven Raum mit Gründerzeitflair. Schon die sorgsam renovierte Eingangssituation mit der ausladenden Holztreppe und dem geschnitztem Geländer präsentiert sich stilvoll attraktiv. Auf dem Treppenabsatz beeindrucken farbige Bildfenster mit Allegorien von Handel und Handwerk. Gespendet von begüterten Bürgern, symbolisieren sie den einstigen Stolz der Einwohner auf ihr neues Rathaus. In den Räumen bestechen der Blick durch schön geschwungene Fenster ins Grüne oder auf die Kirche sowie zum Teil frei gelegte Trägerbalken und alte Holzfußböden.

Ein Schmuckstück ist außerdem das „Turmzimmer“ in luftiger Höhe unmittelbar unter dem begehbaren Rathausturm. Größer könnte der Kontrast zwischen modernen Start-up Unternehmen und Bürostandort nicht sein. Angesprochen werden sollen aber nicht nur oben genannte Gruppen. „Auch Vereine, Verbände und andere Gruppierungen könnten sich für Verwaltungszwecke einmieten“, unterstreicht Burkhard. Für Untergeschoss böte sich eine öffentlich zugängliche Unterbringung des Stadtarchivs an.

Die SPD-Vertreter verhehlen nicht, dass es bereits ein erfolgreiches Vorbild ihrer Nachnutzungs-Vision gibt: Ähnlich funktioniert das Hohenwestedter Gründungszentrum, welches bereits zahlreichen Mietern Arbeitsräume bietet.

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