Glückstadt : Neues Leben für ein altes Kino

Stellt ein kulturelles Programm auf die Beine: Mitarbeiter Sebastian Block hat die Projektleitung über das „Alte Kino“ in Glückstadt übernommen.
Stellt ein kulturelles Programm auf die Beine: Mitarbeiter Sebastian Block hat die Projektleitung über das „Alte Kino“ in Glückstadt übernommen.

Eventmanager Sebastian Block engagiert sich für ein anspruchsvolles Kulturprogramm.

shz.de von
25. Mai 2018, 05:00 Uhr

Vom Lichtspielhaus zum selbst entworfenen Kulturprogramm: Ein ehemaliges Kino entwickelte sich in Glückstadt zu einem kulturellen Veranstaltungsort, an dem die Gäste nicht nur Filme gucken können, sondern vor allem beteiligt werden können.

Voran getrieben werden die Aktivitäten unter anderem durch den ehrenamtlichen Einsatz von Sebastian Block (34) im „Alten Kino“. Er erfuhr Anfang vergangenen Jahres von Sarah Vogel, Mitarbeiterin des Jugendzentrums (JuZe), dass sie das alte Kino wieder beleben möchte, um daraus einen bürgerraumähnlichen Ort, einen Kultur- und Veranstaltungsort, zu schaffen, in dem auch soziale Projekte auf die Beine gestellt werden sollen.

Seit Mitte der 2000er Jahre ist das Kino nun schon im obersten Stock vom Jugendzentrum ansässig. In dem etwa sechs Meter hohen Raum hat sie gemeinsam mit zwei Absolventen vom Bundesfreiwilligendienst das alte Mobiliar heraus genommen und erneuert und den Raum im Retro-Stil wieder zum Leben erweckt.

Auf 100 Quadratmetern entstand so ein sozialer, vor allem optisch ansprechender Bürgerraum – eine Veranstaltungsstätte, die von jedem genutzt werden kann. Diese richtet sich nicht nur an die JuZe-Kids, sondern sie kann auch von Vereinen, Musikern und Tanzgruppen für Veranstaltungen genutzt werden. Aber auch einzelne Bürger können den Raum für ihre Aktivitäten nutzen.

Sebastian Block war Feuer und Flamme, wie er selbst inzwischen sagt. „Ich war von vornherein absolut begeistert, denn ich war schon immer auf der Suche nach genau so einem Ort in Glückstadt, um Veranstaltungen durchführen zu können.“ Die Idee hat in das Konzept beider gepasst.

Der gebürtige Itzehoer mit dem Künstlername „DJ Rox“ hatte nach seinem Hauptschulabschluss an der Itzehoer Klosterhofschule im Jahr 2001 immer größere Gigs als Hip Hop DJ mit bekannten Musikern aus der Szene.

Mittlerweile nach Glückstadt gezogen, organisierte er als Eventmanager Auftritte für Rapper und andere Hip-Hop-DJs, auch über die Stadt hinaus, und ging mit Szene-Größen wie „Torch“ und Tony L. auf Deutschland-Tour.

Ab 2003 als „Eventmanager“ für Clubs aus Flensburg, Kiel und Hamburg tätig, richtete er als persönliches Highlicht im Bunker auf St. Pauli die After-Show-Party für den amerikanischen Hip-Hop-Star „50 Cent“ bei seiner ersten Deutschland-Tour aus. 2008 holte er den Rapper „Kollegah“ und 2009 „Casper“ kurz vor ihrem deutschlandweiten Durchbruch nach Glückstadt.

Auch weiterhin will er in Glückstadt „kulturell anspruchsvoll arbeiten, damit die echte Kultur am Leben bleibt“, beschreibt er, was er mit dem Alten Kino in die Tat umzusetzen versucht. Dank großzügiger Unterstützung von Serviceclubs und Sponsoren, können Veranstaltungen und die Weiterentwicklung des Raums verwirklicht werden. „Wir bieten hier niedrigschwellige Kultur auf gehobenem Niveau“, sagt Block. Bis jetzt gab es einen bunten Reigen an Veranstaltungen, der gut angenommen wurde: Konzerte, Lesungen, Improvisationstheater Ausstellungen, Vorträge und Kofferflohmärkte.

Auch ein Kinoprogramm der besonderen Art lief bereits an. „Wir haben nicht nur die Serie ,Deichbullen‘ von Michael Söth gezeigt, sondern zu diesem auch die Produzenten und vier Darsteller eingeladen, die einen Vortrag hielten, ein Making of zeigten, und dann die ersten fünf Folgen geguckt“, schildert Sebastian Block.

Künstler und Fotograf Günter Zint zeigte die Ausstellung „Domenica“ und den zugehörigen NDR-Dokumentarfilm. „Das kam riesig an. Wir sind bei fast jeder Veranstaltung ausverkauft, egal, ob bestuhlt oder unbestuhlt.“ Angeboten werden soll zukünftig ein Event-Kino, kein Standardprogramm oder Mainstream, vielmehr Kulturfilme und Klassiker. Geplant ist auch die Zusammenarbeit mit Independent-Künstlern.

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