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Stadtmarketing Kellinghusen : Neues Image ohne Hilfe von außen?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Störstadt, Keramikstadt… Wie die Stadt sich nach außen präsentiert, könnte eine unabhängige Arbeitsgruppe festlegen. Aber der Vorschlag von Stadtmarketingleiterin Ulrike Kütemeier findet bei der Mehrheit der Politiker keinen Zuspruch.

Wohin will die Stadt? – An dieser Frage werden die Kellinghusener zu knabbern haben. Stadtmarketingleiterin Ulrike Kütemeier ist an der Stadtpositionierung nicht mehr beteiligt. Für sie waren mit der jüngsten Sitzung des Kultur- und Wirtschaftsausschusses (Kuwi) die letzten Arbeitsstunden in der Kommune angebrochen. Auf ihren Vorschlag, das neue Leitbild mit externer Moderation zu gestalten und dafür auch Geld in die Hand zu nehmen, mochte sich die Mehrheit der Politiker jedoch nicht einlassen. Am Ende einigten sie sich darauf, eine Entscheidung bis zur nächsten Sitzung zu schieben.

Im Gremium hatte die Stadtmarketingchefin vor Antritt eines neuen Jobs in Kiel Bilanz gezogen, und für die Zukunft die Erstellung von Leitlinien unter externer Moderation angeregt. Zunächst hatte Kütemeier jedoch Bilanz über ihre siebenmonatige Tätigkeit gezogen- und dafür viel Lob eingestrichen. Im kurzen Zeitraum unter ihrer Leitung wurde nicht nur hinter den Kulissen gearbeitet, sondern auch Vorzeigbares geschaffen: Entstanden sind ein neuer Veranstaltungskalender, ein festes Angebot von Stadtführungen, eine Datenbank im Internet sowie in Zusammenarbeit mit der Baubehörde der frischer Wind für die Wirtschaftsförderung.

Im Bereich Standtortmarketing und Stadtförderung seien zu allen Aufgaben Ergebnisse erzielt worden, so Kütemeier. Zahlreiche Anregungen für ihre Arbeit waren auch vom „Runden Tisch Innenstadt“ gekommen, an dem Bürger, Gewerbetreibende sowie Vertreter von Vereinen und Verbänden mit wirkten. In Ergänzung des CIMA Gutachtens hatten sich laut Kütemeier drei bedeutsame Punkte herausgestellt: Wiederbelebung des Bahnhofs mit HVV-Anbindung, Einbeziehung der Stör in die Innenstadt (maritimes Stadterlebnis) und Schaffung eines innerstädtischen Veranstaltungsorts für Konzerte.

Für die Erarbeitung eines zukünftigen Leitbilds regte Kütemeier an, den begonnenen Prozess mit allen wichtigen Akteursgruppen im Ort fortzusetzen. Begleitet werden sollten die Sitzungen ein halbes Jahr lang durch eine neutrale Moderation. „Damit wird der Vorwurf einer Voreingenommenheit von vornherein ausgeschaltet“, so Kütemeier. Nicht unwesentlich sei zudem der Blick von außen. Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigten, dass eine neutrale Moderation die Arbeitsweise stark unterstützen und vorantreiben könne.

Auch mit der Kostenfrage – maximal 10 000 Euro - hatte die Fachfrau sich bereits beschäftigt. „Die Mittel stehen im Budget des Stadtmarketing unter Wirtschaftförderung bereit, für die Moderatorenauswahl könnten fachkundige Büros auf Grundlage eines Leistungsverzeichnisses zur Preisabgabe aufgefordert werden.“ Die Politiker sträubten sich jedoch, externe Kompetenz einzukaufen. Für die KeLi schloss Oliver Knebusch eine Moderation aus. „Dafür ist das Stadtmarketing da, das Geld sollte lieber benutzt werden, um etwas zu bewegen.“ Dem stimmten auch Regina Nürnberg (SPD) und Birgit Saß (CDU) zu. Obwohl Kütemeier unterstrich, es gehe nicht um ein neuerliches Gutachten, sondern um die Begleitung einer Arbeitsgruppe, stellten sich auch Timo Laackmann (BFK) „bei dem Wort Externe die Nackenhaare hoch“.

Auf offene Ohren traf der Moderations-Vorschlag bei Ausschusschef Marcus Wack (BFK). „Eine externe Moderation verhindert, in der eigenen Suppe zu köcheln“, verwies Wack auf die guten Erfahrungen bei der Erstellung des neuen Museums-Leitbilds. Dies sei weitgehend unter Moderation von Jürgen Fitschen, damaliger Direktor des Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte auf Schloß Gottorf, erarbeitet worden und konnte in vielfältiger Weise von Kenntnissen und Außenblick des Kunst-Profis zehren. „Wir planen Jahre im voraus und sollten dafür Geld in die Hand nehmen“, appellierte Wack an die Kollegen.

Einstimmig wurde beschlossen, die Frage zu schieben und zunächst zu schauen, welche Leitung des Stadtmarketing bekommt.

 

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erstellt am 16.Sep.2013 | 17:31 Uhr

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