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Norddeutsche Rundschau

25. September 2017 | 20:42 Uhr

Störauf : Neues Image mit Wasser in der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Planerin präsentiert vielfältige Möglichkeiten entlang der geöffneten Störschleife in Itzehoe. Wasserlauf wertet viele Bereiche auf.

von
erstellt am 02.Apr.2014 | 17:00 Uhr

„Gib mir mein Herz zurück!“ Mit diesem Slogan ist der Verein störauf 2011 angetreten. Das Ziel: Die Störschleife, die in den 70-er Jahren zugeschüttet wurde, wieder zu öffnen und der Stadt damit ihre Lebensader zurückzubringen.

Nicht jeder hatte anfangs damit gerechnet, dass das Ziel in greifbare Nähe rücken könnte, umso mehr freute sich Vorsitzender Michael Ruff jetzt bei der Jahresversammlung: „Es gibt uns schon drei Jahre – und es gibt uns immer noch!“ Die Probezeit sei vorbei. Die Sache habe eine Dynamik entwickelt und eine Phase erreicht, „wo man uns hört und ernst nimmt“. Und man könne nun etwas vorzeigen und Kosten beziffern. „Wir sind auf viele Fragen vorbereitet.“

Eine davon pickte Stefan Escosura heraus: Was soll die Störschleife eigentlich? Es sei kein reiner Selbstzweck oder historische Verklärtheit, die Fluss-Schleife wieder zu öffnen – vielmehr soll es der Anstoß sein, um die gesamte Stadt zu beleben.

Wie vielfältig das Wasser dabei ausstrahlen könnte, hat eine externe Stadtplanerin untersucht: Brigitte Börnecke aus Dithmarschen präsentierte Gestaltungsmöglichkeiten entlang des Flusslaufs. Schon ein Blick auf den Stadtplan zeige: „Eine Innenstadt mit Wasser ergibt gleich ein ganz anderes Stadtbild, ein frisches, aktives Image.“ Die Störschleife könne als ideales Leitbild für ganz viele Funktionen in der Innenstadt dienen – vom Tourismus bis zur Geschäftswelt. „Jeder könnte damit werben, es wäre eine positive Veränderung.“ Und es scheine, als habe die Stadt nur darauf gewartet, meinte Börnecke: „Es ist alles genau so gebaut worden, dass die Ränder erhalten blieben.“ Nichts müsse abgerissen werden, die Flächen stehen zur Verfügung – und fast alle sogar in städtischer Hand.

Sobald Wasser da sei, „beginnen alle sofort, sich daran zu orientieren“. Börnecke zeigte die Möglichkeiten anhand von Abschnitten auf. Eine Auswahl:

> Theaterplatz – Kultur und Geschäfte an der Stör: Der Bereich rings um das Theater sei der Dreh- und Angelpunkt, so Börnecke. Dieser würde erheblich aufgewertet, bis hin zur Breiten Straße. Was jetzt „totale Rückseiten“ seien, würden plötzlich Vorderseiten. „Geschäfte erhalten eine ganz neue Qualität, weil sie am Wasser liegen, das gibt es nicht so oft.“ Auch für innerstädtisches Wohnen steige die Qualität. Das Wasser könne vom Delftor bis zum Theater mit Kanus und kleinen Booten befahren werden, Uferstufen laden zum Verweilen ein.

> Malzmüllerwiesen – Wohnen und Wasserfreizeit: Der Bereich an den Malzmüllerwiesen biete viel Platz und eigne sich für Wohnen und Wasserfreizeit, etwa mit Hausbooten oder auch Kanuanleger. „Da gibt es noch viel Potenzial, die Lage an der Stör wird derzeit noch gar nicht genutzt.“

> Brückenkopf zu Alsen – Arbeiten und Wohnen am Brookhafen: Indem man „Wasser in gestalterischer Form zelebriere“ und zum Beispiel eine Art Kanallandschaft anlege, könne der Bereich eine völlig neue Struktur und Funktion erhalten. „Man hätte die Chance, das Gebiet aufzuwerten, jetzt ist es überhaupt nicht als Stadteingang erkennbar.“ Außerdem bringe es eine Aufwertung für Alsen mit sich – und es entstehe auf dem Deich eine wichtige Fußverbindung nach Wellenkamp.

> Lebhafte Übergangszone – westlicher Stadteingang: Vom ZOB bis zur Adenauerallee entstehe eine repräsentative Lage an der Stör – für öffentliche Einrichtungen, aber auch Wohnen. Die Störschleife solle möglichst nah an die Hauptverkehrsstraße herangeholt werden, in fließender Form als eine Art Kanal, aber auch durch gestalterische Elemente. Der Blick in die Stadt soll geöffnet werden. „Jetzt ist es dort sehr dunkel, der Bezug versperrt.“

Börneckes Präsentation enthielten eine Menge Ideen, betonte Stefan Escosura. „In der städtebaulichen Studie stecken so viele Ansätze drin, wie man sich neu erfinden kann.“ Und wenn man die Dimensionen mit anderen Städtebauprojekten vergleiche, seien sie nicht ungewöhnlich groß.

Die Kosten für den Umbau des Theaterumfelds als Kernabschnitt werden auf drei Millionen Euro geschätzt. Bei einer Bauzeit über drei Jahre sei das eine Million pro Jahr – und Escosura ist guter Dinge, dass Fördermittel fließen. „Zudem wollen wir privates Engagement wecken.“ Eine Faustregel besage: Jeder Euro, den es an Fördermitteln gibt, ziehe fünf bis acht Euro privater Investoren nach sich. Es sei – auch finanziell – ein handhabbares Projekt, betonte Escosura. „Es verlangt nur den städtischen Mut, es anzugehen. Hier ist der politische Wille gefordert.“

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