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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 13:21 Uhr

Hafen : Neuer Schiff-Shuttle für Container

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Binnenschiff soll Fracht zwischen Brunsbüttel, Glückstadt und Hamburg transportieren – Geschäftsführer plädiert für Elbvertiefung.

von
erstellt am 08.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Die Elbestadt soll einen neuen Shuttle-Service für Container bekommen. So die Planung von Frank Schnabel, Geschäftsführer des Unternehmens Brunsbüttel Ports. Das Shuttle-Schiff soll auf der Route Brunsbüttel-Glückstadt-Hamburg unterwegs sein: „Wir rufen den Elb-Shuttle ins Leben, um den Verkehr von der Straße zu bekommen“, erklärt Frank Schnabel. „Er soll eine Alternative zu den Staus bieten.“ Ein wesentliches Hindernis auf der Straße sind die Baustellen im Hamburger Bereich, die bis 2030 zu Engpässen im Verkehr führen werden. „Deshalb brauchen wir neue Wege .“

Frank Schnabel hatte bereits in den 90er-Jahren solch ein Projekt in Glückstadt in die Wege geleitet. Damals war er noch bei einer Glückstädter Firma tätig und tüftelte den Containertransport mit seinem Vorgänger bei der Schramm Group, Karl-Heinz Janssen, aus. Das Projekt schlief einige Jahre später ein. Diese Idee soll jetzt in größerem Stil wieder aufgegriffen werden. Ein Binnenschiff für den Transport von Containern steht bereit, weitere Partnerschiffe gibt es, jetzt werden die Kunden geworben.

„Wir wollen mehr Leben in den Hafen bringen“, sagt Schnabel zum Standort Glückstadt, der zu Brunsbüttel Ports gehört. Ein Problem gebe es noch: Die Kunden müssen überzeugt werden, ihre Ware per Schiff und nicht per Lastwagen transportieren zu lassen. Und die Unternehmen müssen den „Hafen als Partner in Glückstadt“ wahrnehmen. Auch aus ökologischer Sicht sei der Transport mit Schiffen sinnvoll. „Das Projekt ist ganz aktuell“, erklärt der Geschäftsführer. Bis Ende des Jahres soll die Planung abgeschlossen sein und umgesetzt werden.

Der Außenhafen hat noch genügend Kapazitäten frei. Schnabel: „Glückstadt ist als Hafen überlebensfähig, weil es zum Verbund Brunsbüttel gehört.“ Zwar gab es in diesem Jahr bereits Zuwächse von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr, doch sei der Hafen nicht ausgelastet. 116 000 Tonnen wurden von Januar bis jetzt gelöscht und geladen. Die Bandbreite der Ware ist groß: Pflastersteine, Dünger, Futtermittel, Kalk, Zement und Zellstoff.

Zurzeit gibt es auch noch einen zusätzlichen Geschäftszweig. „Wir packen auch Container für Übersee“, erklärt Sven Hargens, zuständig für Marketing. Für die Abwicklung vor Ort in Glückstadt ist Tanja Wahlstedt zuständig. Sie erklärt: Die Container würden für die Kunden gepackt, auf Lastwagen verladen und dann auf das Schiff verfrachtet. Gepackt werde Kalk, der aus der Region kommt. Die Container treten dann die Fahrt bis Australien oder Südkorea an. „Wir haben die Ausstattung“, erklärt Tanja Wahlstedt, warum sie die Aufgabe als Dienstleister in der Elbestadt übernimmt.

Was sich Frank Schnabel auch für Glückstadt erhofft: Eine schnelle Entscheidung zu Gunsten der Elbvertiefung. Dass diese auf das nächste Jahr verschoben wurde (wir berichteten), betrübt ihn. Er habe kein Verständnis für das jüngste Urteil aus Leipzig: „Wir leben davon, dass es Hamburg gut geht.“

Die Elbvertiefung sei auch für Glückstadt wichtig. „Mir fehlt die Ausgewogenheit zwischen den Umweltbelangen und den Menschen. Ich hoffe auf ein positives Urteil in 2015.“ Denn sonst würde die Reedereien mit ihren Schiffen zum Hafen Rotterdam „abwandern“. Bei einer Elbvertiefung würde sich der Umschlag in Hamburg auf die anderen Häfen an der Elbe – und somit auch auf Glückstadt – positiv auswirken.

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