Itzehoe : Neuer Radweg an Alter Landstraße

Von der Straße zurück an die Seite: Der Schutzstreifen an der Alten Landstraße verschwindet größtenteils, der Radweg wird saniert.
Von der Straße zurück an die Seite: Der Schutzstreifen an der Alten Landstraße verschwindet größtenteils, der Radweg wird saniert.

Der Schutzstreifen wird fast vollständig entfernt, die Strecke auf dem Bürgersteig attraktiver gestaltet.

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28. April 2017, 05:00 Uhr

Es soll das Ende einer langen Debatte sein: Die Stadt entfernt, bis auf ein kurzes Stück, den umstrittenen Schutzstreifen für Radfahrer in der Alten Landstraße. Dafür bekommt der vorhandene Radweg stadteinwärts eine neue Oberfläche, ebenso die Straße zwischen den Einmündungen der Königsberger Allee und der Straße Am Lehmwohld. Rund 115.000 Euro werden investiert.

Der Schutzstreifen habe für „erhebliches Unbehagen der Verkehrsteilnehmer“ gesorgt, stellt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage fest. Wohl wahr: Dieser Streifen sowie weitere zum Beispiel im Kamper Weg, die Bestandteil des Masterplans Radverkehr sind, hatten monatelange Diskussionen ausgelöst. Die große Koalition hatte versucht, die Streifen in der Alten Landstraße und der Kaiserstraße wieder entfernen zu lassen, die Entscheidung aber liegt bei der Verwaltung.

Deshalb hatte der Stadtentwicklungsausschuss auch nichts abzustimmen, als ihm die Pläne jetzt vorgelegt wurden. Eine „Kenntnisnahme“ stand an, und das ist geplant: Der Radweg an der Alten Landstraße stadteinwärts wird saniert, der Gehweg auch an den Stellen mit gemeinsamer Oberfläche. An den Einmündungen der Danziger und der Breslauer Straße soll der Radweg „möglichst unterbrechungsfrei“ geführt und deutlich mit Farbe gekennzeichnet werden. „Aufgrund der beengten Verhältnisse“ soll es keinen Schutzstreifen auf der Straße mehr geben. Ausnahme: Auf dem kurzen Stück zwischen Breslauer Straße und Am Lehmwohld, mündend in einen Aufstellbereich für Radfahrer an der Kreuzung. Die Straße erhält auf gesamter Länge eine neue Asphaltdecke. Dann würden, so die Vorlage, die Autofahrer nicht mehr durch abgefräste „Schattenmarkierungen“ irritiert.

Was das bedeutet, erläuterte Sönke Vock von der Tiefbauabteilung: „Wir wollen den Radweg attraktiver machen, aber an der Breite können wir nichts ändern.“ Damit werde es keine Pflicht geben, den Radweg zu benutzen, es bleibt also möglich, auf der Straße zu fahren. Deren Fahrbahn lasse sich nur auf Kosten der Bäume verbreitern. Erwartet wird laut Vorlage, dass nur „schnelle“ Radfahrer die Straße nutzen, „die im Verkehr mitfließen können“. Daher könne auf den Schutzstreifen zwischen Königsberger Allee und Breslauer Straße verzichtet werden.

Der Ausschussvorsitzende Sönke Doll (SPD) fragte nach dem Schutzstreifen in der Kaiserstraße, Bürgermeister Andreas Koeppen brauchte nur zwei Worte: „Der bleibt.“ Die Lösung für die Alte Landstraße akzeptierten die Politiker mit einigen Bauchschmerzen: „Ich könnte mir viele andere Dinge vorstellen, wo man für Radfahrer viel mehr tun kann“, sagte Joachim Leve (IBF). Kirsten Lutz (DAF) fragte, wie viel Geld in den Sand gesetzt worden sei. „In den Asphalt“, korrigierte Sönke Vock. Es halte sich in Grenzen – denn Schutzstreifen seien als die kostengünstigste Lösung gewählt worden.

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