Neuer Frischemarkt ? Konkurrent irritiert

Bei "Plaza" wundert man sich über den positiven Bescheid für einen neuen Markt.

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02. Oktober 2009, 10:03 Uhr

Itzehoe | Noch ein großer Markt an der Konsul-Rühmann-Straße? "Bitte nicht!", sagt spontan Stefan Studt, stellvertretender Marktleiter bei "Plaza", auf Anfrage. Das zur Coop gehörende Unternehmen, das gegenüber einen Konkurrenten bekäme, beruft sich auf frühere Zusagen der Stadt.

Bislang gibt es, wie berichtet, einen positiven Vorbescheid aus dem Rathaus, ausgestellt von Claus Heideck kurz vor seiner Pensionierung als Bauamtsleiter. Die Edeka-Gruppe soll Interesse haben, einen 3200 Quadrameter großen Frischemarkt zu bauen. Politik und Verwaltung suchen zurzeit Wege, aus diesem Vorbescheid wieder herauszukommen.

"Total überraschend" und "erschreckend" sei diese Nachricht für "Plaza" gewesen, sagt Dierk Berner, der für Immobilien verantwortliche Geschäftsführer. Im März 2006 eröffnete "Plaza" den - ohne Shops - 3500 Quadratmeter großen Markt. Rund 6,5 Millionen Euro seien in die Umge staltung des alten "Wandmaker"-Geschäfts investiert worden, so Berner. Vorher hätten in vielen Gesprächen Verwaltung und Politik versichert, dass auf dem Gelände des Güterbahnhofs kein weiterer Einzelhandel zugelassen werde. Das sei die Grundlage für die Investitionsentscheidung gewesen. Komme es nun anders, sei das "ein Schlag ins Gesicht für den Investor, der mit viel Engagement und hohem Aufwand die Einkaufsstätte hergerichtet und Arbeitsplätze geschaffen hat", sagt Berner.

Dass ein solches Projekt, das Einfluss auf den gesamten Handel inklusive der Innenstadt habe, von einem Verwaltungsmitarbeiter allein genehmigt werde, sei ein "unüblicher Vorfall", formuliert der "Plaza"-Vertreter. Für ihn ist es eine Frage der Verlässlichkeit: Wenn die Politik den Ausschluss weiteren großen Einzelhandels zusichere, gehe er davon aus, dass das gemeinsam mit der Verwaltung geschehe. Der stellvertretende Marktleiter Studt klagt: "Wir sind sowieso schon zugepflastert mit allen mög lichen Discountern."

Dort begrüßt man das Frischemarkt-Vorhaben: "Wir können immer wieder feststellen, dass diese Ballung - Vollsortimenter und wir - eine ganz positive Sache ist", sagt "Aldi"-Verkaufs leiter Peter Heinbockel. Ganz ähnlich äußert sich Lars Merschmann, Leiter der Immobilien-Abteilung bei "Lidl". Doch er wundert sich auch, weil sein Unternehmen sich in anderen Bereichen der Stadt schwer getan habe und ihm das Einzelhandelsgutachten entgegen gehalten worden sei.

Eine rechtliche Würdigung gebe es bei "Plaza" noch nicht, sagt Berner. Man könne nur appellieren, dass Investor, Betreiber und Verwaltung - alles die selben, die den Standort Langer Peter entwickelten - Vernunft walten ließen: "Was bringt es, wenn man neue Verkaufsfläche errichtet und andere wieder geschlossen wird?"

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