Westküstenklinikum Brunsbüttel : Neuer Chefarzt kommt ans WKK

Sieht eine große Chance für das Klinikum in Brunsbüttel: Dr. Thomas Thomsen (li.), den Klinik-Chefin Dr. Anke Lasserre gestern vorstellte. Rechts: Dr. Henrik Herrmann, der die Leitung der Inneren Medizin abgeben und sich auf die Geriatrie konzentrieren wird.
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Sieht eine große Chance für das Klinikum in Brunsbüttel: Dr. Thomas Thomsen (li.), den Klinik-Chefin Dr. Anke Lasserre gestern vorstellte. Rechts: Dr. Henrik Herrmann, der die Leitung der Inneren Medizin abgeben und sich auf die Geriatrie konzentrieren wird.

Dr. Thomas Thomsen übernimmt im Mai die Innere Medizin. Abteilung soll im Zuge der Umstrukturierung der Brunsbütteler Klinik ausgebaut werden.

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13. Januar 2015, 05:08 Uhr

Ab 2018 soll das Westküstenklinikum (WKK) in Brunsbüttel schwarze Zahlen schreiben und losgelöst von einem Sicherstellungszuschlag der Krankenkassen arbeiten. Dazu wird die Einrichtung in ein Integriertes Versorgungszentrum umgebaut, an das niedergelassene Ärzte angedockt werden, die auch in der Klinik tätig sein sollen. Dieses Modell ist bislang einmalig. In diesem Zusammenhang verkündete gestern WKK-Geschäftsführerin Dr. Anke Lasserre eine wichtige Personalie: Ab 1.  Mai wird Dr. Thomas Thomsen (54) als Chefarzt die Leitung der Inneren Medizin übernehmen. Eine Aufgabe, die bislang noch in den Zuständigkeitsbereich von Dr. Henrik Herrmann fällt. Der 56-Jährige wird sich dann als Chefarzt auf die von ihm jetzt schon verantwortete Geriatrie konzentrieren.

Thomsen gilt als ausgewiesener Experte für Gastroenteorologie und Diabetologie, er ist derzeit noch am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg tätig. Den gebürtigen Schleswig-Holsteiner reizt die Aufgabe in Brunsbüttel, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den angepeilten neuen Strukturen steht. Schon während seiner Zeit am Klinikum in Neumünster hatte Thomsen in einer Arbeitsgruppe mitgewirkt, die eine fachbereichsübergreifende gastroenteorologische Station aufgebaut hat. „Das ist ein sehr Erfolg versprechendes Konzept“, sagt Thomsen. Allerdings sei die Umsetzung an einem so großen Haus wie jetzt in Neubrandenburg sehr schwierig. Das WKK in Brunsbüttel biete dagegen optimale Grundvoraussetzungen.

Wie die Geriatrie, die im Klinikum gewissermaßen ein Dach bietet für die medizinische Versorgung von Senioren, werde auch die Gastroenteorologie, die sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts befasst, steigende Bedeutung bekommen sagt Thomsen und verweist auf die demografische Entwicklung der Bevölkerung. „Die Patienten, die in der Geriatrie behandelt werden, haben oft internistische Probleme“, sagt er. Zugleich gebe es dem steigenden Bedarf entsprechend nicht genügend Berufsnachwuchs in diesem medizinischen Fachgebiet. Da Dr. Thomas Thomas am WKK hierfür auch die Ausbildung unter seine Fittiche nehmen wird, hofft er, auf diesem Weg junge Ärzte nach Brunsbüttel holen zu können, die die Chance nutzen wollen, als niedergelassene Ärzte auch im Klinikum der Schleusenstadt zu arbeiten. Ein Schritt gegen den zu erwartenden Mangel an niedergelassenen Ärzten in den nächsten Jahren und ein wichtiger Baustein für das Zukunftsmodell des WKK.

Dass dies wie geplant realisiert werden kann, steht für Thomsen außer Frage. In Brunsbüttel könne eine Modell entwickelt werden, das sich auf andere Häuser in ähnlicher Situation übertragen lässt, sagt er. Auch Dr. Henrik Herrmann ist davon überzeugt, denn schon jetzt gebe es eine Vernetzung zwischen Kliniken und Fachärzten. Eine gute Basis. WKK-Chefin Anke Lasserre weiß: „Die Größe des Klinikums ist eine Herausforderung und eine Chance zugleich.“

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