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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 19:22 Uhr

Stelle besetzt : Neuer Chef im Familienzentrum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Michael Grandt (48) ist jetzt Geschäftsführer der Einrichtung der katholischen St. Ansgar-Gemeinde am Coriansberg.

Es war ein Festtag, als das katholische Familienzentrum St. Ansgar am Coriansberg eröffnet wurde. Doch gleichzeitig war es der Auftakt einer schwierigen Zeit: Geschäftsführer Norbert Klix übernahm kurz nach der Eröffnung eine andere Aufgabe im Erzbistum, monatelang war die Stelle nicht besetzt, die organisatorische Arbeit teilten sich ehrenamtliche Mitarbeiter, das Pfarrbüro und der Kindergarten. Nun gibt es wieder einen Chef: Michael Grandt (48) ist neuer Geschäftsführer.

Der gebürtige Niedersachse ist Diplom-Pädagoge, studierte Sprach- und Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt in der Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit und hat eine Zusatzqualifikation im Bereich Sozialmanagement. Gleich nach dem Studium startete er in die kirchliche Jugendarbeit in Kiel, seit 2004 leitete Grandt die Landesstelle für katholische Jugendarbeit. Zusätzlich führte er die Geschäfte der Landesarbeitsgemeinschaft im Bund der Deutschen katholischen Jugend.

Nun konnte ihn das Erzbistum Hamburg für die Leitung des Familienzentrums gewinnen. „Durchaus reizvoll“ nennt Grandt die Aufgabe, nachdem er bei der Landesstelle bereits ein katholisches Jugendhaus bei Kiel geführt hatte. Sein erster Eindruck: „Es gibt hier ganz viele engagierte Menschen, die schon in diesem Projekt arbeiten oder gearbeitet haben.“ Hinzu kämen eine tolle Idee und ein tolles Gebäude, diese Schätze wolle er pflegen. Alle hätten gewartet auf jemanden, der Ideen und Strukturen bündele, administrative Aufgaben übernehme und koordiniere, sagt Grandt. Er ist schon Ansprechpartner für alle Anliegen – und wenn es die herausgesprungene Sicherung ist.

Noch befinde er sich in der Phase des Sondierens, sagt der Geschäftsführer: „Was gibt es in dieser Stadt eigentlich?“ Intern wie extern wolle er ein verlässliches Netzwerk aufbauen, gemeinsame Projekte entwickeln, qualifizierte Kooperationspartner ins Haus holen und dabei den Bedarf und die Interessen genau im Blick behalten: „Man darf nicht nur etwas anbieten, damit man das Programmheft voll kriegt.“

Das Konzept baue auf der Kindertagesstätte und den Bedürfnissen der Eltern auf, sagt Grandt. Perspektivisch solle es über diese Zielgruppe hinaus Beratung bei Fragen der Erziehung und Kinderentwicklung geben. Zudem soll das Familienzentrum in den Stadtteil ausstrahlen und noch mehr zum Treffpunkt werden. Derzeit sorge dafür vor allem die Arbeit mit Migranten: „Die Caritas ist im Moment die Einrichtung, die das Haus mit Leben füllt.“ Mit niedrigschwelligen Angeboten will Grandt mehr Menschen aus dem Stadtteil ansprechen, auch „um in gewisser Weise zu mehr kultureller Vielfalt beizutragen“. Das Gleiche gilt für den Jugendbereich. Dort möchte Grandt einen Schwerpunkt setzen, ebenfalls mit der Frage: Was ist gewünscht?

Die Zeit ohne Führungsfigur ist vorbei im Familienzentrum, doch es habe sich einiger Frust angestaut, weiß der 48-Jährige. Deshalb gelte es, die ehrenamtlich Engagierten zu begleiten, ihnen Halt zu geben und ihre Arbeit wertzuschätzen. Denn: „Wenn man keine Multiplikatoren hat, bleibt man auf verlorenem Posten.“

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erstellt am 23.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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