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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 22:04 Uhr

Wirtschaft : Neuer Chef im Chemiewerk

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steffen Kühling übernimmt bei Covestro in Brunsbüttel und hofft auf baldige Investitionen in die Produktion.

Die insgesamt 709 Mitarbeiter des Brunsbütteler Werks der Covestro AG bekommen am 1. Januar einen neuen Chef. Gestern übergab Werkleiter Klaus Gebauer (61) die Leitung an seinen Nachfolger Steffen Kühling (52). Den Führungswechsel verdeutlichte Gebauer mit der Übergabe eines schlicht in Weiß gehaltenen Modells des großen Kamins vom Chemiewerk. Der ragt im Original noch in Bayer-Grün in den Brunsbütteler Himmel. Für eine passende Farbwahl entsprechend des bunten Kreises des Covestro-Logos werde nun Kühling zuständig sein, machte Gebauer schmunzelnd deutlich. Der Schlot sei immerhin so etwas wie ein Brunsbütteler Denkmal, ein Symbol für die Weltläufigkeit des Industriegebiets an der Elbe.

Für den passenden Anstrich zu sorgen, der weithin sichtbar das Ausscheiden der MaterialScience aus dem Bayer-Konzern im September unterstreichen soll, ist aber nur eine marginale Aufgabe. In der Schublade schlummert noch ein für den Standort Brunsbüttel gewichtigeres Vorhaben: Die Umstellung des Chemiewerks auf alleinige MDI-Produktion. Hier geht es um den Grundstoff für Dämmschäume – in Kühlschränken ebenso wie in Gebäuden. Eine große Perspektive eröffnet der Klimaschutz. Das Brunsbütteler Werk soll der Produktionsschwerpunkt von Covestro in Europa werden.

Noch haben die Verantwortlichen im Vorstand das Signal nicht auf Grün gestellt. Derzeit, so Kühling, würden die Zahlen auf einen aktuellen Stand gebracht. Veranschlagt war die Investition mit 120 Millionen Euro. Angesichts einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren sei Weitsicht gefragt. Kühling: „Wenn man die Investition tätigt, und der Markt ist am Ende des Tages nicht da, dann ist das gefährlich für den Standort.“ Gleichwohl sagt er auch, dass dieser Markt weltweit jährlich um sechs bis sieben Prozent wächst. „Daran wollen wir als Covestro teilnehmen.“

Kühling ist zuversichtlich, mit der von Gebauer als „hoch motiviert und gut ausgebildet“ beschriebenen Belegschaft die Ziele zu erreichen. „Der Acker ist gut bestellt.“ Klaus Gebauer bestätigte diese Einschätzung: „Wir brauchen uns im internen Standortvergleich nicht zu verstecken“, sagte er und betonte: „Das kommt nicht von selbst“. Stetige Weiterentwicklung im Brunsbütteler Werk hat sich Steffen Kühling auf die Fahnen geschrieben.

Gebauer, der vor knapp vier Jahren die Werkleitung in Brunsbüttel übernahm, betonte, er werde sich nicht in den Ruhestand verabschieden. Der Begriff hat für ihn zu viel Ähnlichkeit mit Stillstand. „Ich habe eine Reihe Hobbys.“ Und dafür bekommt er ab Jahresbeginn viel Zeit. Die Norddeutschen habe er schätzen gelernt, ihre Geradlinigkeit gefalle ihm, so Gebauer. Steffen Kühling übrigens tritt in seine Fußstapfen: Er übernimmt Gebauers Brunsbütteler Wohnung. Wie bei seinem Vorgänger wird die Familie aber nicht nachziehen.

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erstellt am 10.Dez.2015 | 18:50 Uhr

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