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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 03:52 Uhr

Neuer Ansatz im Gefäßzentrum

vom

Sektion für konservative und interventionelle Angiologie am Klinikum Itzehoe gegründet

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 03:59 Uhr

itzehoe | Die einen arbeiten chirurgisch, also mit Schnitt. Die anderen arbeiten interventionell, mit Kathetern und ohne Schnitt. Im zerti fizierten Gefäßzentrum im Klinikum Itzehoe arbeiten beide Richtungen nun unter einem Dach sehr eng zusammen: Die Sektion für konservative und interventionelle Angiologie wurde neu gegründet, Dr. Mohamed Moubayed als Leiter gewonnen.

Die Angiologie sei ein relativ neues Fachgebiet der Inneren Medizin, sagt der 56-Jährige. Sie befasst sich in Diagnostik und Therapie mit Gefäßerkrankungen von der Schädelbasis bis zur Fuß spitze, ausgenommen sind insbesondere die Herzkranzgefäße und die Hirngefäße im Schädel. Moubayed arbeitete seit 1981 an den Uni-Kliniken in Kiel und Lübeck, dann in Flensburg und zuletzt in Husum. Ab 2008 war der Facharzt für Innere Medizin/Angiologie und Radiologische Diagnostik bereits als Kooperationspartner des Itzehoer Gefäßzentrums tätig, das zur Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie unter Leitung von Professor Dr. Michael Neipp gehört.

Seit langem gebe es deshalb "Hybrideingriffe", bei der chirurgische und interventionelle Technik kombiniert würden, sagt Dr. Jörn Pfeiffenberger, Leiter der Gefäßchirurgie. Dabei können auch lange Verschlüsse mit Hilfe zum Beispiel von medikamentenbeschichteten Ballons oder Stents geöffnet werden. Die Fallzahlen stiegen zwar insgesamt, doch im Verhältnis gehe das Operative immer mehr zurück, und die verschiedenen Ansätze wüchsen zusammen. "Irgendwann wird es einen Gefäßmediziner geben", sagt Pfeiffenberger. Es gebe immer neue Produkte und Materialien, ergänzt Moubayed: "Die Grenze der Machbarkeit verschiebt sich immer mehr zu Gunsten des Patienten." Auch sehr anspruchsvolle Interventionen gehörten zum Programm der Abteilung.

Umso sinnvoller sei die Erweiterung des Angebots mit der Gründung der Sektion für Angiologie. Für die radiologische und gefäßchirurgische Arbeit ist das Gefäßzentrum seit 2010 zertifiziert, nun kommt der dritte Ansatz hinzu. Das ändere nichts an der Zusammenarbeit mit den Radiologischen Praxen im Klinikum und den anderen Partnern, betont Pfeiffenberger. Auch innerhalb des Klinikums gebe es trotz Überschneidungen kein Ringen zwischen den Abteilungen, sondern es werde gemeinsam die optimale Therapie besprochen.

Moubayed arbeitete zuletzt als Radiologe, doch die Tätigkeit als Angiologe interessiere ihn mehr, sagt der Mediziner. Für den Wechsel nach Itzehoe war zudem neben der Nähe zu Hamburg die Größe des Hauses entscheidend: "Hier habe ich Möglichkeiten, mich weiter zu entwickeln." Lange sei um Moubayed gekämpft worden, sagt Pfeiffenberger - und hält für den Kollegen das ulti mative Lob bereit: "Ich würde mich auch von ihm interventionell behandeln lassen."

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