Ortsumgehung in Horst : Neuer Anlauf für den Grenzweg

Die neue Trasse soll teilweise über den alten Grenzweg verlaufen.
Die neue Trasse soll teilweise über den alten Grenzweg verlaufen.

Der Kreis will Fördermöglichkeiten in Kiel ausloten – im besten Fall könnte 2025 der Baubeginn für die Ortsumgehung Horst sein.

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23. März 2018, 04:55 Uhr

Der Kreis Steinburg will in Kiel einen neuen Vorstoß für eine Ortsumgehung Horst unternehmen. Geklärt werden soll, welche Voraussetzung der Kreis erfüllen muss, um an Fördergelder zu kommen. Seit vielen Jahren wird über das Straßenprojekt diskutiert, eine Zusammenarbeit mit Elmshorn, Horst, Klein-Offenseth und dem Kreis Pinneberg ist lange vereinbart. Doch das Land gab bisher keine Förderzusage.

„Wir müssen prüfen, ob wir die Förderfähigkeit jetzt hinbekommen“, betonte Landrat Torsten Wendt im Bauausschuss. Grundlage sei das Gemeindestraßenfinanzierungsgesetz. Doch hier müsse der Kreis abwarten, bis der Landtag die Neufassung beschließe. Durch den Ausbau des Grenzweges sollen die Ortsdurchfahrt Horst sowie die angrenzende Region entlastet werden. „Spätestens nach dem Bau der A 20 ist die Umfahrung unbedingt erforderlich“, betonte der Landrat.

Ein erstes Gutachten zur Entlastungsstraße gab es bereits 1999. Im Rahmen der Stadt-Umland-Kooperation Elmshorn wurde festgestellt, dass eine „verkehrstechnische Notwendigkeit“ für den Grenzweg (von der Landesstraße 288 zur Kreisstraße 34) besteht. Ein erster Vorstoß Richtung Land wurde 2004 unternommen, doch Kiel lehnte ab, eine weitere Landesstraße zu bauen. Begründung: Die dort bestehenden Landesstraßen 100 und 288 reichten aus. Daraufhin fasste der Steinburger Kreistag bereits 2006 den Beschluss, das Projekt unter Kostenbeteiligung des Kreises Pinneberg sowie der Kommunen Elmshorn, Horst und Klein-Offenseth-Sparrieshoop als Kreisstraßenmaßnahme weiterzuverfolgen. Doch auch dafür gab es kein Geld vom Land, die Voraussetzungen für eine Förderfähigkeit waren laut Kiel nicht gegeben. Auch spätere Anläufe scheiterten.

Während die Landesregierung bisher keine positiven Auswirkungen der geplanten Trasse auf das Kreisstraßennetz erkennt, würde ein Ausbau des Grenzweges nach Ansicht der Steinburger einen wichtigen Lückenschluss zwischen dem Kreisstraßennetz der Kreise Steinburg und Pinneberg und dem übergeordneten Fernstraßennetz herstellen. Bisher würden die Verkehre entweder durch Horst oder durch Elmshorn zu den Autobahnanschlusstellen A 23 geführt. Der Kreis verspricht sich durch die Straße auch eine schnellere und bessere Erreichbarkeit der umliegenden Orte, so dass diese durch Wohn- und Gewerbestandorte profitieren könnten. Und die neue A 20 werde die Verkehrsdichte laut Kreis noch erhöhen.

Eine erste Vorplanung für den Grenzweg wurde 2012 erstellt. Sie beinhaltet neben der Straßenbaumaßnahme auch ein Brückenbauwerk über die Strecke der Deutschen Bahn AG. 5,64 Millionen Euro sind damals als Kosten veranschlagt worden, mittlerweile geht die Kreisverwaltung von 8,5 Milllionen Euro aus.

Einen Zeitplan gibt es auch. Gibt es eine Förderung, läuft alles rund und ohne Klagen ab, könnte Baubeginn 2025 sein. Allerdings heißt es in der Verwaltungsvorlage auch: Die Wahrscheinlichkeit von Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss und gegen Enteignungen sind als hoch einzustufen. Dann sei mit einer Verzögerung von mindestens drei Jahren zu rechnen.

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