Innenstadt : Neuer Anlauf bei den Ladenzeiten

Weiter in Pink, aber nur bis 18.30 Uhr: Bei Alexandra Düx im Stör-Carree gilt bereits die neue Zeitrechnung.
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Weiter in Pink, aber nur bis 18.30 Uhr: Bei Alexandra Düx im Stör-Carree gilt bereits die neue Zeitrechnung.

Längere Öffnung der Itzehoer Läden hat sich nicht durchgesetzt – im Herbst soll es mit der Wochen-Schlusszeit 18.30 Uhr wieder versucht werden.

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18. Juli 2014, 12:00 Uhr

Die meisten Aufkleber wurden nicht lange gebraucht. In leuchtendem Pink sollten sie den Kunden in der Innenstadt zeigen: Dieses Geschäft hat in der Woche bis 19 Uhr geöffnet, am Sonnabend bis 18 Uhr. Doch der Initiative ist zunächst einmal die Puste ausgegangen. Im Herbst soll ein neuer Anlauf gestartet werden.

Der Anstoß kam von Sven Haltermann, als die Eröffnung des Stör-Carree am 4. April nahte. Erst waren es gut ein Dutzend Innenstadthändler, die teilnehmen wollten, dann schlossen sich weitere rund 15 an, sodass rund 30 Geschäfte plus 40 Läden im Holstein-Center es mit gemeinsamen und längeren Öffnungszeiten versuchten. Zu Beginn sei es noch gut gelaufen, sagt Haltermann. Doch die Front bröckelte schnell – jetzt hätten die Initiatoren erkennen müssen, dass es die Hälfte der Geschäfte nicht gepackt habe. Aus welchen Gründen auch immer seien sie ausgeschert und hätten „zu ihren gewohnten kreativen Ideen zurückgefunden“.

Einer der wenigen, die nach wie vor unter der Woche bis 19, am Wochenende bis 18 Uhr geöffnet haben, ist Brillen Zeunert in der Bekstraße. „Wir bleiben erstmal noch dabei“, betont Jörg Zeunert. „Ich persönlich halte mich an mein Wort gebunden.“ Zuletzt sei sonnabends bis 17 Uhr immer gut zu tun gewesen, so Zeunert. „Die Kunden scheinen sich langsam dran zu gewöhnen.“ Die Zeiten jetzt wieder nach vorn zu ändern, sei aus seiner Sicht nicht sinnvoll. Im Hinblick auf berufstätige Kunden gilt für ihn unter der Woche: „Mindestens 18.30 Uhr ist ein absolutes Muss.“

Fuhlendorf Optik und Akustik hingegen hat seine Ladenschlusszeiten zurückgefahren. Frithjof Fuhlendorf: „Es gab kaum Kundenresonanz. Wir haben den größten Zulauf morgens, und das haben uns die Kunden auch gesagt. Wir führten außerdem eine Statistik, und die hat ergeben, dass in den zusätzlichen Zeiten kaum gekauft wurde.“ Auch Claudia Schirmacher, stellvertretende Filialleiterin bei Douglas, betont: „Es hat sich in der Woche nicht gelohnt. Es wurde zu diesen Zeiten kaum Umsatz gemacht. Am Ende waren wir hier mit den Zeiten auch allein auf weiter Flur. Deshalb gab es keinen Lauf in diesem Teil der Fußgängerzone.“ So hätten sie sich zu anderen Öffnungszeiten entschlossen und dies dem Stadtmanagement mitgeteilt. „Aber der Wille war da.“

Die Eröffnung im Stör-Carree habe ermutigt, die neue Zeitrechnung zu nutzen,sagt Martin Ott (Juwelier Albers). Doch die geringe Resonanz der Kunden habe auch ihn überrascht: „Es war wirklich enorm wenig.“ Die Initiatoren hätten reagiert und überlegt, wie sie den Problemen begegnen könnten, denn es führe nicht zum Ziel, sie zu ignorieren, sagt Haltermann. Das Ergebnis: Die Öffnungszeiten werden verändert, „sodass hoffentlich alle mitmachen können“. In der Woche soll nun bereits um 18.30 Uhr Schluss sein. Auch wenn Haltermann nach wie vor 19 Uhr für die bessere Lösung hält, hat das Stör-Carree bereits umgestellt, auch bei B & H gilt diese Zeit. „Wir sind wahrscheinlich die, die größte Werbereichweite haben“, erklärt Haltermann. Die Zeiten müssten ja beworben werden.

Das gilt auch für die Schlusszeit am Sonnabend. 16 Uhr habe eine deutlich höhere Akzeptanz gefunden, sagt Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula. „Ich hoffe, dass wir wenigstens das als Signal nach außen setzen können.“ Aus Haltermanns Sicht ist es das Minimum für die Innenstadt: „Gerade Sonnabend ist unser wichtigster Verkaufstag.“ Es sei der Familien-Einkaufstag, und „bei uns ist durchaus bis 17.30 Uhr gute Frequenz“. Allen könne das einen Vorteil bringen – und je mehr bis 18 Uhr dabei seien, desto größer sei ihre Chance, betont Ott.

Es liege auch an der Jahreszeit, meint Haltermann. Aber der Schwung durch das Stör-Carree sollte genutzt werden: „Wenn wir das über den Sommer durchgehalten hätten, hätten wir im Oktober und November davon profitiert.“ Jetzt in den Ferien könne ohnehin niemand gewonnen werden, deshalb soll der zweite Anlauf mit neuer Zeit im Herbst starten. Nach der Sommerpause ist dazu ein Fachgespräch Innenstadt geplant. Lydia Keune hofft: „Man muss, um so etwas zu etablieren, auch einmal einen langen Atem haben.“

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