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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 04:55 Uhr

Neue Windparkpläne sorgen für Aufregung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Investor interessiert sich für Fläche bei Dodenkopp

In Beidenfleth hat der jüngste Windpark für viel Unruhe und Zwist in der Gemeinde gesorgt. Jetzt kommt Bewegung um die Ausweisung einer weiteren Windfläche auf. Die Sorgen wurden zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung, die von Bürgermeister Peter Krey (CDU) geleitet wurde, in einer Einwohnerfragestunde zum Ausdruck gebracht. Wegen des starken Publikumsinteresses war die Sitzung auf den Saal des Gasthofs Frauen verlegt worden. Unter den Zuhörern begrüßte Peter Krey besonders einen ganzen Tisch junger Beidenflether, die er verschmitzt als mögliche Bewerber für ein Mandat in der nächsten Gemeindevertretung ausmachte.

„Ist nun ein zweiter Windpark geplant?“, fragte der Beidenflether Neubürger Gerd Beyer und wollte wissen, um welche Fläche es sich handele, wie viele Anlagen dort geplant seien, wer der Investor sei und wie die örtliche CDU zu diesen Plänen stehe. „Die Fläche nördlich Dodenkopp ist im Visier“, antwortete Peter Krey. Er konnte den Namen eines möglichen Investors nicht nennen, solange dieser dazu nicht die Genehmigung gegeben habe. Seinen eigenen Standpunkt oder den der CDU-Fraktion wolle er ebenfalls nicht kundtun, verwies aber auf die aktuelle Beschlusslage. So habe der Gemeinderat im Jahr 2013 entschieden, dass er dem damaligen Windpark positiv gegenüberstehe. Wie es bei einem neuerlichen Windpark weitergehe, müsse abgewartet werden.

„Das Land hat uns das Hoheitsrecht weggenommen“, bedauerte der Beidenflether Bürgermeister angesichts der Aufhebung aller Regionalpläne. Dem widersprach Lüder Busch. Die Gemeinde könne weiterhin per Flächennutzungs- und Bebauungsplänen über die Windenergie planen. Peter Krey konterte, dass die jetzt angepeilte Fläche nördlich Dodenkopp überhaupt noch nicht relevant sei. Die Gemeindevertretung sehe deshalb noch keinen Handlungsbedarf. „Wir werden erst Stellung nehmen, wenn der neue Regionalplan Mitte 2016 auf dem Tisch liegt.“ Die Gemeinde sei komplett überrascht gewesen, „als das Land uns jetzt die neue Fläche aufgetischt hat“. Lüder Busch warnte: „Wenn die Gemeinde nicht steuert und abwartet, bis der Regionalplan vorliegt, dann ist das möglicherweise zu spät.“

Dorfchef Peter Krey versprach: „Die Gemeindevertretung wird sofort öffentlich zusammenkommen, wenn es Beratungsbedarf gibt.“ Zurzeit sehe er keinen Anlass, „am Rad der Windenergie zu drehen“. „Was aus dem Regionalplan herauskommt, weiß noch keiner“, ergriff Sven Baumann vom Amt Wilstermarsch das Wort. Auch die Mindestabstände, die in Beidenfleth auf 500 Meter festgesetzt sind, könnten verhandelbar sein. Weiter machte Baumann deutlich: „Wir können auch keine reine Verhinderungsplanung machen. Das stehen wir nicht durch.“ Die Gemeinde müsse hieb- und stichfest darlegen, weshalb sie eine Windeignungsfläche nördlich Dodenkopp ablehne. Peter Krey versprach, die Gemeinde werde sich weiterhin bemühen, alle Informationen an die Bürger weiterzugeben, sobald es neue Erkenntnisse gäbe. Er verwahrte sich aber gegen den Eindruck, die Gemeindevertretung wolle etwas unter den Tisch kehren.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 00:34 Uhr

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