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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 10:44 Uhr

Neue Technik gegen Fluten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstadt will moderne Maschine zum Füllen von Sandsäcken anschaffen / Pläne auch im Kreis Steinburg

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2014 | 17:43 Uhr

Der Orkan Xaver brachte es Ende vergangenen Jahres ans Licht: In der Elbestadt fehlt im Katastrophenfall eine Einrichtung, um schnell größere Mengen Sandsäcke zur Sicherung von Stöpen und Deich bereitstellen zu können. Bislang gibt es weder bei der Stadt noch im übrigen Kreis Steinburg eine geeignete Sandsackfüllmaschine. Nun soll eine Einrichtung angeschafft werden, um für künftige Sturmfluten besser gerüstet zu sein.

„Wir hatten die Säcke, wir hatten den Sand, aber wir konnten sie nicht schnell befüllen“ – so fasste Bürgermeister Gerhard Blasberg kürzlich in einer Sitzung sein Fazit über die schwere Sturmflut im Dezember 2013 zusammen. Um die Stöpen, die Durchfahrten im Deich, schnell gegen die steigenden Fluten zu sichern, hatte die Stadtverwaltung eine automatische, auf einem Abroll-Container verlastete Sandsackfüllmaschine vom Technischen Hilfswerk (THW) in Pinneberg angefordert – erfolglos. „Wegen der auch im Kreis Pinneberg herrschenden Katastrophen-Voralarmstimmung durfte das Gerät den Kreis nicht mehr verlassen“, erklärt Blasberg. Die nächste Sandsack-Füllmaschine hätte aus Husum anrücken müssen und wäre erst mit stundenlanger Verspätung eingetroffen. Früher war für ähnliche Lagen schnelle und schlagkräftige Hilfe von der personalstarken Bundeswehr eingeplant. Doch auch die ist inzwischen in Glückstadt nicht mehr vor Ort und müsste erst anrücken. Ob sie kommt, hängt auch davon ab, wie die Lage in anderen Küstenbereichen eingeschätzt wird.

Bei Xaver ging trotzdem alles gut. Obwohl seinerzeit die höchsten Pegelstände nach 1976 und 1962 gemessen wurden, kam Glückstadt, wie die gesamte Küste, mit einem blauen Auge davon und die Sicherung der Stöpen hielt dem Wasser stand. Bei der Stadtverwaltung möchte man sich aber nicht darauf verlassen, dass auch beim nächsten Hochwasser alles ohne Probleme verläuft und hält eine neue Sandsackfülleinrichtung für „zwingend“ notwendig.

Beim Kreisfeuerwehrverband behelfen sich die Küstenschützer seit Jahren mit einer Trichterlösung. Ein mühseliges und zeitraubendes Unterfangen – besonders wenn der verfügbare Sand nass oder etwas gröber ist.

Deshalb setzt auch Glückstadts Wehrführer Ties Tießen auf eine zeitgemäße und gleichzeitig schnelle Lösung. Im Moment werden nun Art und Ausstattung sowie die Kosten für die neuen Anlage ermittelt. Denkbar ist, eine ähnliche Maschine, wie sie im Kreis Pinneberg vorhanden ist, zu kaufen. Diese wurde am vergangenen Wochenende während einer Übung am Störsperrwerk vorgestellt. Mit ihr ist es möglich bis zu 3000 Sandsäcken pro Stunde zu füllen.

Für die Neuerwerbung haben Glückstadts Politiker bereits bis zu 42 000 Euro genehmigt. Der Kreis Steinburg wird den Kauf finanziell unterstützen und sich ebenfalls selbst eine Anlage zulegen. Landrat Torsten Wendt ist von der Investition vor dem Hintergrund des jetzt noch beim Kreisfeuerwehrverband stehenden, nicht mehr zeitgemäßen Fülltrichters hundertprozentig überzeugt. „Wenn eine schwere Sturmflut auf uns zurollt, gibt es erfahrungsgemäß viele Knackpunkte“, sagt Wendt. „Wenn unter Hochdruck schnell ganz viele Sandsäcke gefüllt werden müssen, verschaffen uns zwei Füllmaschinen die optimale Möglichkeit, ausreichend Säcke für die gesamte Deichverteidigung im Kreis Steinburg zur Verfügung zu haben.“

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