Steinburger Heimatverband : Neue Technik für alte Häuser

Die Arbeitsgemeinschaft Nedderdüütsch hat den ersten QR-Code auf der Info-Tafel vor dem Ahsbahs- Stift befestigt (v.l.): Dörte Harms, Marianne Ehlers, Kathrin Wiesenberg, Jan Niemann, Herbert Frauen und Jochen Franzen.  Fotos: I. Schwichtenberg
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Die Arbeitsgemeinschaft Nedderdüütsch hat den ersten QR-Code auf der Info-Tafel vor dem Ahsbahs- Stift befestigt (v.l.): Dörte Harms, Marianne Ehlers, Kathrin Wiesenberg, Jan Niemann, Herbert Frauen und Jochen Franzen. Fotos: I. Schwichtenberg

Der Steinburger Heimatverband bringt auf allen 230 Info-Tafeln QR-Codes für Smartphones an.

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16. Juli 2018, 05:00 Uhr

Plattdeutsche Texte nicht nur lesen, sondern gleichzeitig auch hören – moderne Medien machen es möglich. Die Informationstafeln, mit denen der Heimatverband Kreis Steinburg in hochdeutscher und vielfach auch in niederdeutscher Sprache auf historisch bedeutende Stätten und Gebäude im ganzen Kreisgebiet hinweist, erhalten einen so genannten QR-Code. Wer die Marke auf der Tafel mit dem Smartphone scannt, kann gleich vor Ort über Internet dem plattdeutschen Vortrag lauschen.

Die AG Nedderdüütsch im Heimatverband unter Vorsitz von Marianne Ehlers hat sich den Erhalt und die Förderung des uralten norddeutschen Sprachgutes zum Ziel gesetzt. Jetzt trafen sich die Mitglieder in Krempe, um den ersten QR-Code auf die Informationstafel vor dem Ahsbahs-Stift zu kleben. Jan Niemann, Initiator des QR-Projekts, scannte den Code und reichte sein Smartphone herum. „Dat Stift is in den Johren 1892/93 as domols modernes Krankenhuus buut worrn“, ist die Stimme von Dörte Harms, Krempdorf, deutlich zu vernehmen.

„Im Rahmen unserer Arbeit haben wir in den letzten Jahren rund 230 Info-Tafeln aufgestellt“, sagte Herbert Frauen, stellvertretender Vorsitzender des Heimatverbandes. „Wir haben beschlossen, dass jede Tafel einen hochdeutschen und einen plattdeutschen Text beinhaltet.“ Es seien längst noch nicht alle Tafeln mit einem plattdeutschen Text versehen, aber alle vorhandenen plattdeutschen Texte seien über ein Aufnahmegerät von den Mitgliedern der AG Nedderdüütsch besprochen worden und über die Audio-Datei auf der Homepage des Heimatverbandes abrufbar. Für jede Audio-Datei wurde ein QR-Code hergestellt. „Das kann man sich auch zu Haus noch mal anhören“, fügte Jan Niemann an. „Wir machen das, weil wir zeitgemäße Medien nutzen wollen, und hoffen, dass auch Touristen und jüngere Leute sich mit den Info-Tafeln befassen und hören, wie schön Plattdeutsch klingt. – Wat heet wat? – Das ist einfach reizvoll.“

„Die nächste Idee ist, dass wir alle Tafeln mit QR-Codes versehen, auch die, die noch keinen plattdeutschen Text haben“, ergänzte Marianne Ehlers. Jochen Franzen regte bei dem Treffen an, die Tourismus-Büros im Kreis Steinburg über die Neuerung zu informieren.


>Über weitere Mitstreiter zum Erhalt der niederdeutschen Sprache würde sich die AG Nedderdüütsch im Übrigen freuen. Informationen: Herbert Frauen, 04128/234, oder Marianne Ehlers, 04322/8890559.


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