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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 14:38 Uhr

Neue Sporthalle fürs Gymnasium

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kreistag beschließt den Bau mehrheitlich / Grüne und FDP stimmen gegen das Millionenprojekt

von
erstellt am 03.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Jetzt ist es beschlossene Sache: Das Detlefsengymnasium bekommt eine neue Sporthalle. Die Entscheidung dafür fiel am Mittwochabend in der Kreistagssitzung in Itzehoe. Ein Beschluss, der allerdings nicht unumstritten ist. Vor allem FDP, Grüne und WiST übten Kritik – Tobias Rückerl (FDP) wies noch einmal auf die kostengünstigere Sanierung hin.

Das Thema Sporthallen-Neubau oder -Sanierung war zu Beginn der Sitzung auf die Tagesordnung gehoben worden. Wegen des Zeitfaktors, denn möglichst zügig soll das Projekt nun vorangetrieben werden. Ein Projekt, das schon lange auf der Agenda der Kreistagsabgeordneten steht, die sich zunächst Richtung Sanierung ausgesprochen hatten. Bis März vergangenen Jahres: Da brachten die Piraten-Vertreter Ilona Adamski und Siegfried Hansen den Neubau ins Gespräch – worauf sie am Mittwoch auch noch einmal hinwiesen. Zur Folge hatte dies einen Wirtschaftlichkeitsvergleich. Dieser lag nun vor, berechnet von einem externen Büro. Drei Varianten wurden dabei ins Blickfeld gerückt: die Sanierung der maroden Sporthalle, ein Neubau in gleicher Größe oder als größere Drei-Feld-Halle. Die Vorlage der Bauverwaltung des Kreises mit dem Abschlussbericht der DKC (Deka Kommunal Consult) aus Düsseldorf, geht aus rein wirtschaftlichen Gründen von der Sanierung als günstigste Variante aus. Ein Neubau in gleicher Größe läge nicht weit davon entfernt. Ein Drei-Feld-Hallenbau liege deutlich höher, würde dafür aber eben höheren Ansprüchen gerecht. Die Investitionskosten sind für die Sanierung mit etwa 2,5 Millionen, der Neubau gleicher Größe mit rund 3 Millionen bei einer Fläche von 1626 Quadratmetern angegeben. Für die Neubau-Variante auf 2470 Quadratmetern werden etwa 4,6 Millionen Euro veranschalgt. Hinzu kommen bei den Neubauten die Abrisskosten für die alte Halle. Berechnet wurden auch zum Vergleich die geschätzten laufenden Betriebskosten. Für die Sanierung sprach bei der anfänglichen Diskussion vor allem die Wirtschaftlichkeit plus einer hohen Förderfähigkeit. Laut kleiner Anfrage der Piraten an die Landesregierung wurde von dort aber auch die Förerung eines Neubaus signalisiert. Ilona Adamski unterstrich die Vorteile eines größeren Neubaus, der nicht zuletzt auch dem Gymnasium die Möglichkeit gebe, das Sportprofil anzubieten. Eine Attraktivitätssteigerung des Schulstandortes Glückstadt.

Tobias Rückerl allerdings glaubt nicht an Landesgelder für den Neubau. Aus seiner Sicht werde damit „jegliche Chance für eine Förderfähigkeit aus der Hand“ gegeben. Er stellte darüber hinaus den Bedarf der Schule an einer großen Halle in Frage. Außerdem, so merkte er an, habe die Schulleitung sich ursprünglich mit der Sanierung der alten Halle voll und ganz zufrieden gegeben. Fraglich sei zudem, ob der Neubau angesichts rückläufiger Schülerzahlen mittelfristig überhaupt noch benötigt werde. Zumal ein Neubau erst Anfang 2019 stehen würde. Eine Sanierung wäre etwa ein Jahr schneller fertig. Er beantragte, das Thema Sporthalle in den Schul-, Sport- und Kulturausschuss zu geben, um im Fachgremium darüber zu befinden. Heinrich Voß von den Grünen plädierte ebenfalls für die Sanierung als schnellste und wirtschaftlichste Lösung. Zumal ein Gutachten besagt habe, dass die alte Halle noch gut 70 Jahre Bestand haben könnte. „Bei einem Neubau gibt es auch zusätzlichen Bedarf an Parkplätzen,“ erinnerte er. Und: „Wir müssen die Finanzen im Blick behalten.“ Hans-Emil Lorenz (WiSt) kritisierte zudem, dass über die Auslastung der Halle bis heute keine Aufstellung vorliege.

Das ganze Hin und Her passte Helmut Unger (Freie Wähler) nicht, er sei für den Neubau. „Wir haben gehört, dass die Halle ausgelastet ist und die Schule die drei Felder benötigt“, sagte er. Außerdem gebe es ja auch dafür Fördermittel. Rudolf Riep (SPD) bekräftigte: „Wir brauchen für die Schule eine ordentliche Sporthalle.“ Alles sei beraten worden, der Neubau würde 40 Prozent mehr Kosten verursachen, sei aber auch um ein Drittel größer.

Siegfried Hansen verglich die Diskussion um die Sporthalle mit einem Fußballspiel, das vom „Verteidiger“ FDP verzögert würde. „Wir sollten handeln, das Spiel hier abpfeifen und entscheiden.“ Das rief Stefan Goronczy (FDP) auf den Plan, der sich noch einmal für die Bedarfsermittlung aussprach, schließlich gehe es um viel Geld, und ein Neubau berge Risiken. Das Ja zum Neubau bekräftigten dann noch einmal Rainer Naudiet (SPD) und Reinhold Wenzlaff (CDU). „Wir müssen heute abstimmen, damit wir in die Puschen kommen“, so Wenzlaff. Er erwartet schon Weihnachten 2018 eine „schöne Einweihung dieser Sporthalle“.

Der Antrag der FDP auf „Aufschub“ wurde anschließend mehrheitlich abgelehnt. Die Weichen für den Neubau der Drei-Feld-Sporthalle stellten dann 28 Kreispolitiker, neun stimmten dageben, einer enthielt sich.

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