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Kanal-Schleusen : Neue Schienen für die Schleusentore

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Reparaturarbeiten in der Großen Nordkammer des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel sollen im April nach dann acht Monaten Bauzeit fertig sein. Die Tore erhalten neue Führungsschienen.

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erstellt am 05.Feb.2014 | 05:00 Uhr

Null Sicht und eine Wassertemperatur von 1,5 Grad – ideale Arbeitsbedingungen sind etwas anderes. Für die Taucher beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Brunsbüttel gehört das gewissermaßen zur Tagesordnung. Ungeachtet der Temperaturen wird seit Monaten auf Hochtouren daran gearbeitet, die Schleusentore der Großen Nordkammer wieder funktionsfähig zu machen. Im April, hofft WSA-Sprecher Thomas Fischer, können die Arbeiten beendet sein.

Das Problem, mit dem sich die Taucher unter Wasser und Spezialisten an Land plagen, ist einfach erklärt: Die Führungsschienen der großen Tore verlieren ihren Halt im Beton, die so genannten Torober- und Torunterwagen laufen nicht mehr exakt auf den sich lockernden Schienen – die schweren Schleusentore lassen sich ab einem bestimmten Punkt weder öffenen noch schließen. Kurzfristige Abhilfe schafft der Notbetrieb aus Kaisers Zeiten: Die Tore rutschen auf Holzkufen. Da sich die alten Führungsschienen nicht mehr sinnvoll reparieren lassen, haben die Ingenieure beim WSA eine neue Technik ersonnen: Schienenplatten werden montiert, auf denen umgebaute Torwagen rollen. Im kanalseitigen Tor der benachbarten Großen Südschleuse habe sich das System bereits bewährt, berichtet Thomas Fischer.

Was sich einfach anhört, ist zum Teil Schwerstarbeit. So müssen beispielsweise für die Befestigung des Unterbaus der Schienenplatten insgesamt 72 Löcher in den Beton getrieben werden. Die Hälfte haben die Taucher an Tor 1 bereits geschafft. „Ein, zwei Löcher am Tag bohren, mehr geht nicht“, weiß Fischer.“ Auch verkürzen sich durch die niedrige Temperatur die Aufenthaltszeiten der Taucher im Wasser. Für das kanalseitige Tor 3, so Fischer, „warten wir auf wärmeres Wasser, um das Schienensystem einbauen zu können.“ Der Beton brauche bestimmte Mindesttemperaturen, um richtig abbinden zu können.

Auch die Oberwagen, an den die Tore über Wasser rollen, müssen neu konstruiert werden, weil sich massive Schäden eingeschlichen hatten. Schließlich gilt das Augenmerk der WSA-Techniker auch den Antrieben. Dort finden individuell gefertigten Teile Verwendung, die bei einem Schaden erst neu angefertigt werden müssen. Um unnötigem Verschleiß vorzubeugen, werden die Antriebe komplett zerlegt und mit reparierten Teilen wieder zusammengebaut.

Wenn alles klappt, soll die Nordschleuse nach insgesamt acht Monaten Reparaturarbeiten wieder in Betrieb gehen. Ursprünglich war angepeilt worden, mit den Arbeiten noch vor Weihnachten 2013 durch zu sein. Doch das sei „ein hehres Ziel“ gewesen, so Fischer. Einerseits hatten die beiden Orkane „Christian“ und „Xaver“ für Verzögerungen gesorgt, andererseits galt die Devise: „Wir wollten keinen Totalausfall provozieren.“ Daher habe sich das WSA nicht unter Zeitdruck setzen lassen.

Wenn die Arbeiten in zwei Monaten beendet sind, hofft nicht nur der WSA-Sprecher auf Ruhe: „Wir sind dann an einem Punkt, an dem wir für die nächsten Jahre ein betriebssicheres System haben.“ Das solle so lange halten, bis die dritte große Kammer fertig ist. Deren Bau könnte im Sommer beginnen.

 

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