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MUSEUM : Neue Schau: Feste feiern im Prinzeßhof

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Für die nächste Ausstellung im Kreismuseum Prinzeßhof werden noch Fotos und Exponate gesucht. Eröffnung ist am 5. Oktober.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen – daran hält sich auch Museumsleiterin Dr. Anita Chmielewski. Und so lautet der Titel der neuen Ausstellung, die Sonntag, 5. Oktober, im Kreismuseum Prinzeßhof eröffnet wird, auch „Feste feiern!“. Alles dreht sich um Feiern und die Eventkultur – vom Danz op de Deel bis zur Kellerparty.

Das Feiern sei ein Kulturphänomen der menschlichen Gesellschaft, erklärt die Museumsleiterin. „Der Einzelne erlebt sich als Teil einer Gruppe im gemeinsamen fröhlichen Feiern.“ Die Geselligkeit schaffe Verbundenheit. Und die Feiern stellen feste Haltepunkte sowohl im Jahres- als auch im Lebenslauf dar – von Ostern bis Weihnachten, von der Taufe bis zum Polterabend. „Es ist ein umfangreiches Thema“, sagt Chmieleswski. Deshalb wird die Ausstellung, die von Dr. Karin Gröwer konzipiert wurde, auch das komplette Museum in Beschlag nehmen. Dabei stellt sie auch den Bezug zur Umgebung her: So wird es im Alsen-Zimmer zum Beispiel um die Arbeiterkultur gehen – unter anderem mit Texten und Exponaten zur Tradition der 1. Mai-Feiern.

Ob Erntefeste, Schlachtfeste, religiöse Feste wie Ostern und Weihnachten, Richtfeste, Dorffeste oder auch Zunft-, Gilde- und Schützenfeste, kein Bereich bleibt außen vor. Die Feste und Bräuche, die gefeiert werden, sind so vielfältig wie die Gesellschaft. Und genau wie diese sind sie auch dem Wandel unterworfen. Auch der soll in der Ausstellung gezeigt werden. Viele traditionelle Festbräuche seien mittlerweile zu bloßen rituellen Formen erstarrt oder würden zu Konsum- und Tourismuszwecken missbraucht, weiß Dr. Anita Chmielewski. Gleichzeitig seien aber insbesondere im privaten Bereich neue Bräuche dazu gekommen. So sind die Partys mit Cocktails an der Kellerbar längst aus der Mode, dafür nimmt die Eventkultur zu, ob mit dem Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft oder Veranstaltungen wie den Dithmarscher Kohltagen. Polterabende gehören heute nicht mehr zwangsläufig zur Hochzeit dazu, dafür ist es „in“, den Junggesellenabschied ausschweifend zu zelebrieren.

Auch die Schattenseiten des Feierns werden nicht ausgeklammert. So widmet sich ein Teil der Ausstellung dem „Feiern laut Anordnung“ und erinnert beispielsweise an die Feste während der Nazi-Zeit.

Besonders freut sich die Museumsleiterin, dass sie neben vielen Fotos und Informationen aus dem Wilsteraner Archiv sowie dem gemeinsamen Archiv des Kreises und der Stadt auch historische Filme zu den Itzehoer Stadtjubiläen bekommen konnte, die im Museum vorgeführt werden. Im Beiprogramm soll ein schwarz-weißes Dinner gefeiert werden, und es gibt eine Modenschau mit Cocktailkleidern, Abendmode „und allem, was zum Feiern passt“.

> Für die Ausstellung „Feste feiern!“ sucht das Kreismuseum Prinzeßhof noch Exponate. Zum einen fehlen Fotos insbesondere von Veranstaltungen wie Vatertagsfeiern, Erntefesten im 19. und 20. Jahrhundert, Danz op de Deel, Schlachtfesten und Abiturumzügen, aber auch privaten Festen wie Polterabend, Kellerpartys, Kindergeburtstagen oder Konfirmationen. Außerdem würde sich Museumsleiterin Dr. Anita Chmielewski über Gewerkschaftsutensilien und Plakate rund um den 1. Mai freuen. An Objekten werden unter anderem ein kleines Bierfass, Kommunions- und Konfirmationsgeschenke, Jugendweihe-Urkunden, Relikte aus Baumanns Gesellschaftshaus, Freudenthal und Garten Eden gesucht, aber auch Utensilien zu Kaisers Geburtstag, der Nazi-Zeit und den Itzehoer Stadtjubiläen sowie die Hochzeitsurkunde der „Heirat für eine Nacht“ beim Pillkaller Jahrmarkt. Zudem fehlt eine historische Seifenkiste. Kontakt: 04821/64068.

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erstellt am 18.Sep.2014 | 12:00 Uhr

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