eingekauft : Neue Schätze für das Wenzel-Hablik-Museum

Mit den Kunstwerken (v. l.): Renate Teifke, Wolfgang Schröder, Katrin Maibaum, Harald Brommer und Stefan Glaw.
Mit den Kunstwerken (v. l.): Renate Teifke, Wolfgang Schröder, Katrin Maibaum, Harald Brommer und Stefan Glaw.

Eine Tischlampe, ein Wandbehang, ein Radierzyklus – das Wenzel-Hablik-Museum ist dank Förderverein um drei Kunstwerke reicher.

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18. Juni 2014, 05:00 Uhr

Früher stand sie in Wenzel Habliks Schlafzimmer. Jetzt befindet sich eine Tischlampe aus dem Jahr 1919 im Fundus der Wenzel-Hablik-Stiftung. Das Kunstwerk aus Messing und Milchglas mit sternenförmigem Kranz wurde vom Förderverein gekauft. Dieser sorgte auch für zwei weitere bedeutende Neuzugänge.

Eigentlich ist der 117 Mitglieder starke Verein mit jährlich 10 000 Euro einer der größten Finanzierer des Wenzel-Hablik-Museums, so Harald Brommer, gleichzeitig Vereins- und Stiftungsvorsitzender. Die Förderer unterstützen die Volontärsstelle und Ausstellungen – aber dass sie bei der Anschaffung von Kunstwerken helfen, kommt nicht oft vor. „Es stand ein Privatverkauf an, da mussten wir schnell zugreifen“, so Brommer. Gekauft wurden neben der Lampe eine Mappe mit dem Radierzyklus „Schaffende Kräfte“ und der Wandbehang „Schiff“ von Habliks Ehefrau Elisabeth Lindemann. „Wir freuen uns, dass wir dem Wenzel-Hablik-Museum drei neue, wichtige Objekte zur Verfügung stellen können“, sagt Renate Teifke vom Fördervereinsvorstand. Neue Mitglieder sind willkommen, um mehr zu ermöglichen.

Mit dem Wandbehang von 1906, entworfen von ihrem früheren Lehrer Erich Kleinhempel, gewann Elisabeth Lindemann die Silbermedaille auf der 3. Deutschen Dresdner Kunstgewerbeausstellung – „der Beginn ihrer Karriere“, sagt Museumsleiterin Katrin Maibaum. Die Mappe „Schaffende Kräfte“ von 1909 gilt als Schlüsselwerk in Habliks Werdegang. In 41 Radierungen – Bildtafeln, Aphorismen und ein Vorwort – stellt der Künstler erstmals seine Architekturutopien und die damit verbundene Vision einer neuen Gesellschaft programmatisch dar. Sie brachten Hablik den künstlerischen Durchbruch, 1912 waren sie in Berlin neben Werken von Picasso, Kandinsky, Kokoschka und Gauguin zu sehen. Habliks Mäzen Richard Biel ließ 30 Exemplare des Zyklus’ drucken, nur wenige sind vollständig erhalten. Das Museum hat nun zwei davon. Das sei auch für die Stiftung wichtig, betont Brommer: Denn deren Aufgabe sei, den Nachlass zu konzentrieren. Und im Museum könnten die Kunstwerke zentral gezeigt werden, sagt Stefan Glaw aus dem Fördervereinsvorstand.

Insgesamt knapp 4500 Euro hat der Verein für die drei Kunstwerke ausgegeben. Durchaus noch günstig: „Hablik wird bekannter, der Markt wird größer“, sagt Renate Teifke. Die Preise stiegen, bestätigt Katrin Maibaum: „Für uns ist das utopisch, wir kommen da nicht mehr mit.“ Renate Teifke schließt neue Ankäufe nicht aus: „Es hängt davon ab, was angeboten wird.“ Und noch ein Feld hat sie im Blick, auf dem der Förderverein unterstützen könnte: 400 Schüler wurden in diesem Jahr schon ins Museum geholt, das solle ausgeweitet werden.

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