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Sanitär-Sanierung : Neue Rohre gegen Legionellen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Dusche in der Sporthalle der Grundschule Sude-West in Itzehoe ist seit mehr als einem Jahr gesperrt – der Grund: Legionellen.

„Die Duschen sind bis auf Weiteres gesperrt! An einer Lösung des Problems wird gearbeitet.“ Dafür bittet die Stadt mit einem Aushang an der Sporthalle der Grundschule Sude-West um Verständnis. Und zwar seit geraumer Zeit: Das Papier trägt das Datum 18. Oktober 2016. Jetzt ist eine Lösung zumindest in Sicht: Mit Fördermitteln des Landes sollen die alten Wasserleitungen ausgetauscht werden.

Der Grund für das Problem sind Legionellen – Bakterien, die insbesondere Krankheiten der Atemwege auslösen können. Schon vor mehr als einem Jahr waren die Duschen in der Sporthalle gesperrt worden, nachdem eine Stichprobe zu hohe Werte ergeben hatte. Für „normale Erwachsene“ seien sie keine Gefahr, möglicherweise aber für „empfängliche Personen“, hieß es damals aus dem Gesundheitsamt des Kreises. Als Ursache wurde vermutet, dass das Wasser zu lange in den Leitungen steht, und das bei einer Temperatur, die die Vermehrung von Legionellen begünstigt. Deshalb wurde reichlich gespült in der Hoffnung, dass sich das Problem damit erledigen würde.

Tat es aber nicht. Die Kinder der Grundschule Sude-West betraf das wenig, da sie die Duschen nicht nutzen. Dennoch, so Schulleiterin Gudrun Kullik, habe sie die Räume absperren lassen, „damit die Kinder nicht hingehen und es aus Spaß mal andrehen“. Auch für die Kindergruppen des Sport-Clubs Itzehoe sei das Problem nicht relevant, sagt SCI-Geschäftsführer Jan Schamerowski. Für erwachsene Sportler aber sehr wohl: „Wen es erheblich stört, sind die Badminton-Leute.“ Das gelte erst recht bei Punktspielen: „Richtig peinlich“ sei das Duschverbot gegenüber den Gastmannschaften. Die Nachfragen aus dem Verein sind allerdings abgeebbt: „Ich habe länger nichts gehört“, sagt Schamerowski. „Eine gewisse Resignation ist da schon vorhanden.“

Für Hoffnung sorgt Stadtsprecher Frank Simon. Da alle Versuche fehlgeschlagen seien, bleibe nur der Austausch der alten Rohre in der vor 50 Jahren gebauten Sporthalle. Dafür setzt die Stadt auf ein Förderprogramm des Landes für die Sanierung von sanitären Anlagen in Schulen und Sporthallen. Der „etwas umfangreichere Antrag“ aus Itzehoe sei vorab bewilligt worden, jetzt müssen bis zum 30. Juni Einzelanträge gestellt werden. Für das Vorhaben in der Halle Sude-West wird mit Kosten in Höhe von 70  000 Euro kalkuliert und mit einer 75-prozentigen Förderung. Bis Jahresende müssen die Projekte abgerechnet sein, deshalb müssten laut Simon im November auch die Arbeiten in der Halle Sude-West abgeschlossen sein. Schamerowskis Kommentar: „Das wäre schön!“

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erstellt am 16.Jun.2017 | 05:00 Uhr

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