zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 18:29 Uhr

Neue Ringe für Uhu-Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im vergangenen Jahr wurden im Kreis Steinburg 25 Brutpaare mit 40 Jungvögeln gezählt

von
erstellt am 15.Apr.2015 | 18:37 Uhr

Wenn es um den Uhu geht, macht Peter Finke (Foto) niemand etwas vor. Der Oldendorfer betreut für den Landesverband Eulenschutz seit vielen Jahren die seltene Vogelart im Kreis Steinburg. Im vergangenen Jahr zählte Finke 25 Brutpaare mit 40 Jung-Uhus. Mit Ausnahme eines Glückstädter Fabrikgeländes, wo drei Jungvögel zur Welt kamen, befanden sich alle anderen Vorkommen in der Steinburger Geest. Auch in der Kreisstadt Itzehoe ist der Uhu mit einer Brut auf dem Alsen-Fabrikgelände heimisch.

Momentan steht die Beringung der jungen Uhus an. Dabei ist wichtig, die Tiere nicht unnötig lange zu stören. Mit Hilfe einer Leiter geht es hinauf in die Bäume, wo sich die Bruthöhlen in der Regel in luftiger Höhe befinden. Ein gezielter Griff, und der Vogel ist gepackt. Nach der Beringung geht es für die Jung-Uhus schnellstmöglich zurück ins Nest. Auffällig ist die einseitige Verteilung des heimischen Uhu-Vorkommens. Die Erklärung ist einfach: Weil die Tiere Wald als natürlichen Lebensraum benötigen, ist die Geest ihr angestammtes Revier.

Der Uhu ist mit einem Gewicht von bis zu drei Kilogramm und einer Größe von bis zu 70 Zentimeter die größte heimische Eulenart. Sein Gefieder ist vorwiegend ocker und rostbraun. Weitere Erkennungszeichen sind seine großen Federohren und die feuergelbe bis orange-rot gefärbte Iris. Im vergangenen Jahr setzten die Stürme „Christian“ und „Xaver“ dem seltenen Vogel zu, betont Peter Finke. Die beiden Orkane fällten Brutbäume, und die Aufräumarbeiten während der Balz- und Brutphase im Januar und Februar sorgten außerdem für massive Störungen.

Es ist übrigens noch gar nicht lange her, dass kein einziger junger Uhu mehr in den heimischen Wäldern zu finden war. Vor rund 160 Jahren erlosch der Uhu-Brutbestand in Schleswig-Holstein. Der vermeintliche Schädling wurde gnadenlos verfolgt, Abschüsse wurden mit Prämien honoriert. 1983 begann das Artenhilfsprogramm „Wiedereinbürgerung des Uhus in Schleswig-Holstein“ – mit beachtlichem Erfolg. Bereits ein Jahr später konnten die ersten Bruterfolge verzeichnet werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen