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Baustelle : Neue Rathaustreppe: Ein Ende der Bauarbeiten ist noch nicht absehbar

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Probleme mit der Statik

von
erstellt am 14.Aug.2014 | 11:15 Uhr

Es gibt eine Baustelle, in der steckt der Wurm drin: Die Rede ist von der Rathaustreppe, die eigentlich schon lange fertig sein sollte. Das Gegenteil ist der Fall. Nach einem kurzen Baustopp werden jetzt in diesen Tagen Teile zurückgebaut.

Das historische Rathaus ist einer der schönsten Bauten in Glückstadt und steht seit vielen Jahren unter Denkmalschutz. Und das galt damit auch für die Treppe. Als diese aufgrund von Bauschäden abgerissen und neu errichtet werden musste, war klar: Der Aufbau muss denkmalgerecht wieder hergestellt werden. Von Anfang an gab es aber das Problem der Statik (wir berichteten).

„Beim Bau früher musste sich niemand an DIN-Normen halten. Früher haben die Maurer aus reiner Erfahrung gebaut“, erklärt Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch. „Aber heute gibt es ganz andere Vorschriften.“

Deshalb galt von Beginn an: Es musste der Spagat geschaffen werden zwischen Denkmalschutz gerechtem Bauen und heutigen Sicherheitsvorschriften. Und dies erwies sich als schwierig.

Dr. Busch: „Das Vorhaben kann nicht mit dem Bau einer üblichen Treppe im Neubau verglichen werden. So sind nicht nur die Höhen der Eingänge von Rathaus und Ratskeller zu berücksichtigen, sondern auch die Maße der wieder einzubauenden Sandsteinformteile und -stufen, die besonderen Steinformate und die vorgegebenen Pfeilermaße. Hinzu kommt, dass die Konstruktion der Treppe mit ihrem gemauerten Bogen statisch keine Spielräume lässt.“

Bei der Ausführung der Maurerarbeiten gab es nun Probleme, so dass sich der bauleitende Architekt gezwungen sah, die Baustelle stillzulegen. Eingeschaltet wurden eine Statikerin und ein Prüfstatiker. Dann wurde festgelegt, dass die oberen Steinschichten abgetragen und so neu aufgemauert werden sollen, dass die Tragfähigkeit der Treppe gegeben ist.

Statische Probleme begleiten das Rathaus seit seinem Bau im Jahre 1642. Dr. Busch: „Da das Gebäude ohne ausreichende Gründung auf den nicht tragfähigen Marschboden gestellt wurde, war es nicht standfest und musste wegen Baufälligkeit abgerissen werden.“

Unter Federführung der beiden Architekten Eduard Hallier und Hinrich Fitschen aus Hamburg entstand 1872/74 ein neues Rathaus, dessen Fassade dem Vorgängerbau nachgebildet wurde. Es entstand auch wieder eine doppelläufige Freitreppe. Allerdings mit einer anderen Treppenneigung und einem anderem Geländer, das nicht – wie heute – reich verziert war, sondern aus einem schlichten Eisengestänge bestand.

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