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Norddeutsche Rundschau

25. September 2017 | 01:08 Uhr

Neue Plattform nur für Nachbarn

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Lokales Netzwerk jetzt in vielen Ämtern des Kreises Steinburg / Erste Informationsveranstaltung in der Wilstermarsch

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2015 | 10:42 Uhr

Nachbarn tauschen sich aus, Vereine stellen schnell eine Rundmitteilung ein und wenn der Bürgermeister Lust dazu hat, kann er auch mal zu einem aktuellen Thema mit seinen Einwohnern chatten – und das alles in einem Umkreis von höchstens 20 Kilometern. Bei Bedarf kann man sich in seinem Mitteilungs- oder Informationsbedürfnis auch auf seine eigene Heimatgemeinde beschränken. Das alles und noch einiges mehr bietet das neue Lokalportal. „Es geht vor allem um eine digitale Infrastruktur im sozialen und kulturellen Bereich“, erläutert Moritz Feldheim die Zielsetzung. Gemeinsam mit seinem Partner Marc Leuthardt präsentierte der Vertreter der Kieler Lokalportal GmbH auf einer Informationsveranstaltung im „Dückerstieg“ das neue Angebot.

Im Kern funktioniert Lokalportal als ein Nachbarschaftsnetzwerk, das die Menschen in einem Dorf, einer Region oder einem Stadtteil miteinander verbindet. „Mit der Vernetzung eines Mikrokosmos im ländlichen Raum wollen wir auch dem demografischen Wandel Rechnung tragen“, erläutert Feldheim weiter. Primär gehe es dabei um Nachbarschaftshilfe. Das Besondere: Die Akteure tummeln sich nicht im weltweiten Netz, sondern ausschließlich im Umfeld ihrer Heimatgemeinde. Die im Lokalportal ausgetauschten Informationen ließen sich, so versichert Feldheim, via Google nicht erreichen. Auch Nutzer aus anderen Regionen hätten keinen Zugriff.

Die Registrierung beschreibt er als denkbar einfach: Lokalportal.de aufrufen, Postleitzahl und Ort eingeben, anmelden mit Namen und Geburtsdatum. „Die meisten melden sich mit ihrem Klarnamen an, man kennt sich im Dorf ja ohnehin“, sagt Feldheim. Nach allen bisherigen Erfahrungen drohe auch „kein Dorfpranger“, sondern es herrsche eine freundschaftlich-nachbarschaftliche Atmosphäre“. Örtliche Nachrichten von Polizei oder Feuerwehr und ein kleiner Marktplatz runden das Angebot ab. Bislang habe das erst im März gestartete Projekt rund 1500 Nutzer. Im Kreis Steinburg machen neben der Wilstermarsch die Ämter Breitenburg, Kellinghusen, Horst-Herzhorn, Schenefeld und Itzehoe-Land mit. Und Itzehoe finde es „interessant“.

Langfristig finanziert werden soll das derzeit noch vom Land und von der EU geförderte Portal über Werbung, die aber „auf ein Minimum und auf nur lokale Anbieter beschränkt werden soll“. Auch der Bürgermeister-Chat, Bürger-Umfragen von Behörden oder amtliche Informationen wären dann kostenpflichtig.

Für die Nutzer selbst bleibt es kostenlos. Um nicht in einer Datenflut zu ersticken, können diese sich mit einfachen Funktionen auch auf das beschränken, was sie wirklich interessiert – zum Beispiel einen bestimmten Verein oder die angrenzenden zwei oder drei Straßen. „Das haben die Nutzer alles selbst in der Hand,“ so Leuthardt.

Befürchtungen aus den Reihen der Zuhörer, ältere Menschen könnten mit dem Portal überfordert sein oder es bleibe die verbale Kommunikation über den Zaun hinweg auf der Strecke, versuchten die beiden Akteure zu zerstreuen. Gerade für ältere Menschen sei es ein gutes Kommunikationsmittel, wenn es zum Beispiel um Kontakte oder einfach nur Nachbarschaftshilfe gehe. Und aktuell werde das Portal viel bei der Flüchtlingshilfe genutzt, wenn es darum gehe, Unterstützung oder Gebrauchsgegenstände zu finden.

Für das Amt Wilstermarsch wirbt Verwaltungschef Heiko Wieso um Unterstützung für das Projekt: „Es ist ein tolles Medium, einfach mitmachen!“ Er fügt hinzu: „Und für die nötige Versorgung mit schnellem Internet wollen wir ja noch sorgen.“ Auch sein Kollege vom Amt Itzehoe-Land, Volker Tüxen, spricht von einem „tollen Projekt“. Nächsten Dienstag, 30. Juni, findet um 19 Uhr im Dorfhaus Oldendorf die nächste Informationsveranstaltung zum Lokalportal statt.

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