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Suder MÜHLE : Neue Pläne für historisches Gelände

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Müller Jürgen Henning stellt Bauvoranfrage für vierstöckiges Wohngebäude – der Betrieb läuft jedoch weiter wie bisher.

Zwischen Liethberg und Lindenstraße, unweit des Kreisverkehrs am Adler, steht auf einem 3800 Quadratmeter großen Grundstück die Suder Mühle. Für dieses Areal soll nun ein neuer Bebauungsplan erstellt werden. Bis die Mühle ihren Betrieb einstellt, wird es jedoch noch mehrere Jahre dauern.

1870 wurde die Mühle auf dem Grundstück von Jürgen Henning errichtet, bereits seit 111 Jahren wird sie als Familienunternehmen geführt. Inzwischen hat Henning das Rentenalter erreicht und vor etwa fünf Jahren den Betrieb reduziert. Wo früher Mehl im großen Stil gemahlen wurde und Lastwagen am laufenden Band den Hof erreichten und verließen, betreibt der Müller heute noch einen Kleinhandel. Hunde-, Pferde- und Schweinefutter, Winterstreufutter, Maismehl, Dünger sowie traditionell gemahlenes Mehl in kleineren Mengen ab 2,5 Kilogramm für Bäckereien und Hobbybäcker sind heute noch bei ihm erhältlich. Und das soll sich in näherer Zukunft nicht ändern: „Die Mühle macht nicht zu – auf keinen Fall“, erklärt Henning nachdrücklich. Sein Gewerbe sei angemeldet, er selbst wolle noch ein paar Jahre weiter arbeiten, „wenn ich gesund bleibe“.

Eine dringliche Bauvoranfrage für ein vierstöckiges Wohngebäude auf seinem Grundstück stellte er dennoch: An der vierstöckigen Feinmühle, in der früher Mehl gemahlen wurde und die heute leer steht, hat sich die Nordwand vom Rest des Baus gelöst. Einen deutlichen Buckel nach außen weist sie derzeit auf. Nach Hennings Meinung liegt das an dem starken Verkehrsaufkommen in der Lindenstraße und an den damit verbundenen Erschütterungen. „Noch hält die Wand, aber wenn das Gebäude eines Tages abgerissen werden muss, möchte ich sicher sein, dass ich dort wieder vierstöckig bauen darf“, so der 72-Jährige. „Barrierefreie Wohnungen sollen darin entstehen.“ Erst dann wolle er das gesamte Areal verkaufen.

Für die Stadt gab die Anfrage den Anstoß dafür, einen neuen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. „Weil es um ein größeres Areal geht, muss eine städtebauliche Ordnung reingebracht werden“, so Heyo Buurman, Leiter der Bauaufsicht. Die Entscheidung über Hennings Bauvoranfrage wurde deshalb um ein Jahr vertagt, in dem der neue Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Für die Mühle ändert das nichts – der Betrieb läuft dort weiter wie bisher.

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erstellt am 03.Jan.2014 | 05:00 Uhr

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