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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 22:18 Uhr

Einweihung : Neue Kaianlage für Krabbenkutter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Acht zusätzliche Liegeplätze für Kutter im Büsumer Hafen hat Fischereiminister Robert Habeck jetzt eingeweiht. Nötig war der Ausbau, weil der umgeschlagene Fang deutlich gestiegen ist. Die Kosten für das Projekt betrugen rund drei Millionen Euro.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Umweltminister Dr. Robert Habeck und die schleswig-holsteinischen Landwirte verbindet derzeit ein relativ angespanntes Verhältnis. Auch mit den Berufsfischern hatte der Grüne in der Vergangenheit einigen Gesprächsbedarf. Jetzt wurde Habeck von Vertretern der Kutterfischerei wohlwollend empfangen. Kein Wunder, gab es doch Grund zu feiern: In Büsum weihte der Fischereiminister eine neue Kaianlage ein.

In Becken IV des größten Fischereihafens an der schleswig-holsteinischen Westküste entstanden in den vergangenen Monaten acht neue Liegeplätze. Bei Doppelbelegung können sogar 16 Schiffe an der gut 200 Meter langen Kaimauer festmachen. „Der Hafen ist, wie man so schön sagt overcrowded“, verwies Habeck auf die Auslastung. Seit den 80er Jahren hätte sich die angelandete Menge auf inzwischen etwa 3500 Tonnen im Jahr fast verdoppelt.

Auch Kutterkapitän Rainer Möller, der seine Maret als erster an den Kai steuerte, hatte guten Fang gemacht. Seit dem frühen Morgen waren der Fischer, sein Sohn Jan Möller und Lehrling Malte Janssen auf der Nordsee gewesen. 55 Körbe voller leckerer Krabben brachten sie am Nachmittag mit in ihren Heimathafen. Und Minister Habeck half beim Anlegen. Geschickt fing er das schwere Tau und legte es über den Poller, um sich kurz darauf persönlich von der Qualität der Schalentiere zu überzeugen.

Die wirtschaftliche Situation der Krabbenfischerei hängt einerseits stark von saisonalen Einflüssen ab, die Menge der Anlandungen schwankt aufgrund natürlicher Entwicklungen des Krabbenbestandes im Jahresverlauf meist sehr stark und kann auch zwischen den Jahren sehr unterschiedlich sein. Und andererseits gibt es nur wenige große Abnehmer, die durch ihre Marktpolitik ebenfalls große Einflüsse auf den Erzeugerpreis ausüben. 2011 war beispielsweise ein sehr schwieriges Jahr für die Krabbenfischerei, denn durch große Anlandungen und die Preispolitik der Abnehmer im Handel war der Erzeugerpreis für Krabben in den Keller gegangen. Das sah im Jahr 2012 und sieht auch in diesem Jahr ganz anders aus. „Umso besser, dass für die Anlandung der wertvollen Ware jetzt noch mehr bestens ausgebaute und ausgerüstete Anlandeplätze zur Verfügung stehen“, freute sich Habeck bei der Einweihung.

Die alte Landesregierung habe mit dem Projekt begonnen, beschrieb Habeck, um deutlich zu machen, dass er sich nicht mit fremden Federn schmücken wolle. „Die Anlage ist ein klares Bekenntnis der Politik zum Standort an der Westküste und zur Krabbenfischerei“, erklärte der Umweltminister. Die Mittel für das rund drei Millionen Euro teure Projekt stammten zu gleichen Teilen aus dem Wirtschaftsministerium und aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds. Die Herstellung der Anlage, bei der allein für die Spundwand rund 650 Tonnen Stahl verbaut worden waren, hatte rund 2,4 Millionen Euro gekostet. Hinzu kamen Aufwendungen für die Ingenieurleistungen, 200 000 Euro, und die Nassbaggerarbeiten, 400 000 Euro.

Neben den Büsumer Krabbenkuttern liegen inzwischen auch die meisten Fischer aus Friedrichskoog vor Ort. Büsum ist inzwischen aber nicht nur der wichtigste Hafen für schleswig-holsteinische Krabbenkutter, sondern wird auch in bedeutendem Umfang von Fischereifahrzeugen aus den Niederlanden und Niedersachsen genutzt. Auch Muscheln und Frischfisch werden dort gelöscht. In dem Hafen befinden sich zudem fischverarbeitenden Betriebe, die für kurze Wege zum Verbraucher sorgen.

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