Neue IT-Lösung für die Grundschulen ?

Veraltete Ausstattung: Philipp Alsen im Computerraum der Grundschule Wellenkamp.
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Veraltete Ausstattung: Philipp Alsen im Computerraum der Grundschule Wellenkamp.

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18. Juli 2015, 07:00 Uhr

Der Stecker ist raus. Solche Probleme bekommt Philipp Alsen noch allein gelöst. Doch wenn es schwieriger wird im Computerraum der Grundschule Wellenkamp, dann ist er überfordert. „Ich bin überhaupt kein PC-Fachmann“, sagt der 42-Jährige. Schließlich ist Alsen Lehrer und kümmert sich nebenbei um die pädagogisch genutzte Computer-Ausstattung. An den anderen vier Grundschulen der Stadt läuft es genauso – aber vielleicht nicht mehr lange: Die Stadt arbeitet an einer umfassenden Lösung für alle Grundschulen.

Deren Spitzen machten den Bedarf nach einer „dringenden Erneuerung und danach einer regelmäßigen, intensiven Wartung“ in einem Schreiben an Rathaus und Politik deutlich. Zum Beispiel in Wellenkamp: Das System funktioniere in der Basis, aber mit dem 15 Jahre alten Betriebssystem Windows 2000, sagt Alsen. „Viele Programme laufen nicht mehr darauf. Aber nicht nur die Software ist veraltet, sondern auch die Geräte“, sagt er mit Blick auf die PCs sowie Monitore und den Drucker. Die Kinder seien firm in diesem Bereich: „Die wissen auch, wie ein aktueller PC aussieht.“

Vielleicht bekommen sie bald welche. Das Amt für Bildung schlug dem Bildungsausschuss die Lösung einer Kieler Firma vor, die vom Institut für Qualitätsentwicklung an den Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) empfohlen wird. Denn die IT-Abteilung des Rathauses betreut nur die Netzwerke für Verwaltung, nicht aber die für Pädagogik. Dies machen Lehrer – aber das funktioniere nicht länger, sagte Andreas Arndt, Leiter des Amtes für Bildung: „Die Zeit ist an den Schulen nicht vorhanden, um sich dieser originären Schulträgeraufgabe zuzuwenden, um die wir uns 15 Jahre nicht zu kümmern brauchten.“

Die Abhilfe kostet 57  000 Euro pro Jahr: Die Kieler Firma liefert Mietgeräte sowie umfassenden Service. Vorgeschlagen wurde zudem, dass jede Schule drei Notebooks erhält statt fester PC-Arbeitsplätze in den Klassenräumen. Gut so, fanden die Kommunalpolitiker. Allerdings vermissten Günter Wolter (IBF) und Ralf Schwedler (SPD) Alternativ-Angebote. Um diese zu suchen, gebe es keine Ressourcen, zudem könne es das Projekt um ein Jahr verzögern, antwortete Arndt. Durch das IQSH seien Fachlichkeit und Neutralität gegeben.

Tendenz im Ausschuss: Das Geld soll für den Haushalt 2016 eingeplant werden, Details könnten immer noch geklärt werden. Die nächste Sitzung ist im September. Philipp Alsen jedenfalls hofft auf eine schnelle Entscheidung, und in der Sitzung kam eine „eindringliche Bitte“ auch von Kerit Christensen-Schultz-Collet, Leiterin der Fehrs-Schule: „Es ist unbedingt erforderlich, dass eine vernünftige Medienausbildung gemacht wird.“

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