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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 16:57 Uhr

Neue Ideen für das Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Direktor Christian Boldt will das Haus für Schulen, Vereine und Institutionen öffnen

Christian Boldt hat viel vor. Der neue Direktor des Detlefsen-Museums sprudelt nur so, wenn er von seinen Plänen erzählt. Um mehr Menschen für das Museum zu begeistern, will er sie auch einbeziehen. Ein Projekt für die Zukunft: Vereine und Institutionen dürfen im Haus selber ausstellen. Möglich wird dies, weil ein großer Raum im Obergeschoss frei geworden ist. Dort lagerten bisher Gegenstände, die jetzt im neuen Archiv am Lentzenweg sind. Und auch im unteren Bereich steht demnächst ein großer Raum – das jetzige Büro – leer. Dort sollen künftig unter anderem Schüler arbeiten können. Aber auch Fachleute werden in dem Raum Vorträge halten. „Dieser Multimediaraum ist behindertengerecht.“

Christian Boldt freut sich sehr auf seine neue Aufgabe. Ab 1. Januar ist er mit einer halben Stelle als Direktor vom Förderverein festeingestellt, bisher war er kommissarischer Leiter. Zudem hat die Stadt ihn eingestellt als Stadtarchivar – „drei Stunden und 20 Minuten pro Woche“. Nebenberuflich ist er zudem Stadtarchivar von Wilster. Der Borsflether interessierte sich schon als Kind für Geschichte. Früh lernte er durch seinen Vater Michael – er betreut seit vielen Jahren das Borsflether Archiv – Historiker kennen. „Auch Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt saß bei uns in der Küche“, sagt er zu dem inzwischen verstorbenen Geschichtsforscher, der die Borsflether Dorfchronik schrieb. Und der kleine Christian spielte viel Geschichte: „Mein Vater war Burgenbeauftragter“, sagt er über seine Kindheit, in der er mit seinem Vater Zinnfiguren nach historischem Vorbild fertigte.

Für ihn lag es nahe, nach dem Abitur Kulturwissenschaften und Geschichte in Leipzig zu studieren. Dort lernte er seine jetzige Ehefrau Claudia kennen. Sie war es, die nach dem Studium vorschlug, in Borsfleth zu wohnen. Und er bekam im Detlefsen-Museum für ein halbes Jahr ein unbezahltes Praktikum. Seine Vorgängerin schätze seine Arbeit so sehr, dass sie ihm Werkverträge beschaffte. Da diese aber nur mit 300 Euro bezahlt wurden, nahm er Aufträge der Stadt entgegen. Unter anderem entwarf er die Schilder an der Hafenpromenade, die Glückstadts Geschichte aufzeigen, und entwarf den Fischkalender.

Viel arbeitete Boldt in der Zeit ehrenamtlich: Auch für das Museums, er wurde Mitherausgeber des Steinburger Jahrbuches und Vorsitzender der Detlefsen-Gesellschaft – alle beschäftigen sich mit der Geschichte Glückstadts und der Region. Möglich war dies, weil ihn seine Frau immer unterstützte. Und sein Ziel war: „Ich wollte immer in einem Museum arbeiten.“ Doch die Stellen waren und sind rar. Als seine Vorgängerin kündigte, erfüllte sich sein Wunsch. „Museum ist spannend“, sagt Boldt, der auch Praktika in anderen Einrichtungen wie dem Flensburger Schifffahrtsmuseum machte. „Es sind die vielen verschiedenen Wissensbereiche. Ob Festungsgeschichte, Landwirtschaft und Trachten, das ist sehr interessant.“ Dass er einmal Trachten spannend finden würde, hätte er früher nicht gedacht. Doch dann erfuhr er: „Die Knöpfe an der historischen Tracht zeigen, wieviel Land jemand besessen hat.“ Seine Neugierde war geweckt, wie es ihm auch bei anderen Themen erging: zum Beispiel Porzellan.

Sonderausstellungen, wie zurzeit die des Malers Carl Blohm, wird es weitere geben. Auch Ausstellungen der umfangreichen eigenen Sammlung, die zurzeit archiviert ist. Dazu gehören neben der Festungsgeschichte auch Bilder der bekannten Künstler Max Kahlke und Hermann Wehrmann und mehr – „bunt durch die Geschichte. Wir wollen endlich mal unsere Sammlung zeigen.“ Sein Beitrag zu den Flüchtlingen in Glückstadt: „Wir haben 100 Freikarten für das Museum verschenkt. Einige waren schon hier.“

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erstellt am 24.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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