Nummernschilder : Neue Heimat – altes Kennzeichen

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Eine neue Regelung erlaubt auswärtige Autonummern beizubehalten. Hohe Nachfrage in der Itzehoer Zulassungsstelle.

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07. Januar 2015, 05:00 Uhr

Ein Glückstädter Auto mit Berlin-Kennzeichen? Seit dem 1. Januar ist das kein Problem mehr. Was innerhalb Schleswig-Holsteins schon seit 2011 möglich war, gilt jetzt bundesweit: Autobesitzer dürfen bei einem Umzug ihre alten Kennzeichen an den neuen Wohnort mitnehmen. Für Ingeborg (78) und Peter Burkhardt (77), die im vergangenen Jahr aus Berlin nach Glückstadt zogen, kam die Regelung gerade zur rechten Zeit: „So musste ich meine Nummernschilder nicht abnehmen“, sagt Peter Burkhardt. „Und wo wir herkommen, brauchen wir ja nicht zu verbergen“, ergänzt seine Frau.

Die beiden Neu-Glückstädter waren nicht die einzigen, die die neue Möglichkeit nutzten und ihr auswärtiges Kennzeichen im Kreis Steinburg anmeldeten. Am Montag registrierte die Itzehoer Zulassungsstelle bereits acht solcher Fälle, darunter ein Frankfurter Kennzeichen, eins aus dem Landkreis Aurich und fünf Hamburger Nummernschilder. Die Zahl der Antragsteller in seiner Behörde sei zu Beginn des neuen Jahres unverhältnismäßig hoch gewesen, sagte Michael Struve, Leiter der Zulassungsstelle. Er schließt nicht aus, dass dies mit der neuen Regelung zusammenhänge. Kennzeichen hätten für viele Menschen eine große Bedeutung: „Die Heimatverbundenheit spielt da sicherlich eine Rolle.“

Doch auch wenn das Kennzeichen gleich bleibt: Eine Ummeldung des Autos bei der zuständigen Zulassungsstelle sei bei einem Umzug in einen anderen Landkreis weiterhin erforderlich, so Michael Struve. Die neue Regelung bringt jedoch eine Kostenersparnis: Zum einen fällt der Preis für das Prägen neuer Nummernschilder weg. Zum anderen beträgt die Gebühr für die Ummeldung bei einer Mitnahme des Kennzeichens nicht wie gewöhnlich 27,50 Euro sondern nur noch 17,20 Euro. Wer seine Autonummer beibehält, muss in der Regel auch kein neues Lastschriftmandat für den Einzug der Kraftfahrzeug-Steuer vorlegen.

„Ich finde das sehr praktisch“, sagt Peter Burkhardt, der mit seinem Berliner Nummernschild schon dem einen oder anderen Glückstädter aufgefallen ist. „Was machen denn Berliner in Glückstadt?“, habe etwa die erstaunte Frage eines Passanten gelautet. Die Burkhardts erzählen dann gerne ihre Geschichte. Sollten sie sich in Zukunft doch einmal ein IZ-Nummernschild wünschen, so ist auch das kein Problem. „Eine Umkennzeichnung ist jederzeit möglich“, sagt Michael Struve. Die sei allerdings gebührenpflichtig.

Zu beachten ist eine weitere Änderung, die zum Jahreswechsel in Kraft getreten ist: Bislang war es in Schleswig-Holstein möglich, das auswärtige Kennzeichen beim Kauf eines bereits zugelassenen Autos beizubehalten. Dies ist fortan nicht mehr möglich.

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