Historisches : Neue Flügel für die Bockmühle

Das Wahrzeichen der Wilstermarsch: die Bockmühle in Honigfleth.
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Das Wahrzeichen der Wilstermarsch: die Bockmühle in Honigfleth.

Bilanz beim Förderverein für das Wahrzeichen der Wilstermarsch. Offenbar zu frisches Eichenholz verarbeitet.

shz.de von
12. Februar 2018, 05:56 Uhr

Der Förderverein „Böckmühle in Honigfleth e.V.“ ist 20 Jahre alt geworden. Gegründet wurde er am 4. November 1997 mit dem Ziel, „die Mühle mit Leben zu erfüllen, ihren Betrieb ehrenamtlich zu gewährleisten, Gelder für ihren Fortbestand einzuwerben und das Umfeld der Schöpfmühle zu pflegen“. Diesem Vereinszweck folgt der Förderverein auch im 21. Jahr seines Bestehens. Die Mitglieder beschlossen auf ihrer Hauptversammlung einstimmig, 9300 Euro für die Sanierung von zwei Mühlenflügeln freizugeben. Inklusive der jährlich anfallenden Betriebskosten summieren sich die Ausgabenplanungen dieses Jahres auf 11 600 Euro. Dem Etat stimmten die Mitglieder einstimmig zu.

Die ersten beiden Flügel der Bockmühle sind sanierungsbedürftig, weil die 18 Jahre alten Eichenhölzer gespalten sind und Wasser eingedrungen ist. „Das Holz ist offensichtlich zu frisch verarbeitet worden“, machte der Vereinsvorsitzende Amtsvorsteher Helmut Sievers eine mögliche Ursache aus. Eigentlich hätten die Eichenhölzer mindestens 25 Jahre halten sollen. Gleichwohl bezeichnete Zimmerermeister Sönke Sievers aus Krummendiek die Eiche als das langlebigste Holz. Sein Eggstedter Kollege Ronny Beckmann hatte auch die Lärche als Alternative angeboten.

Nach den ersten zwei Mühlenflügeln sollen die beiden restlichen vermutlich in drei bis vier Jahren folgen. Der Förderverein ist zuversichtlich, dass Zuschüsse für die notwendigen Arbeiten von der Denkmalspflege sowie vom Verein zum Erhalt der Wind- und Wassermühlen in Schleswig-Holstein und Hamburg gewährt werden. Für den 22. Februar um 15 Uhr haben sich deshalb Dr. Berthold Köster vom Landesamt für Denkmalspflege sowie Beate von Malottky von der Unteren Denkmalsschutzbehörde des Kreises Steinburg zum Besuch bei der Schöpfmühle in Honigfleth angekündigt, um die Fördermöglichkeiten auszutarieren. Der Förderverein beteiligt sich ebenso wie die Rumflether Mühle Jahr für Jahr als eine von rund 50 Mühlen des Nordens am Deutschen Mühlentag, der in diesem Jahr in bewährter Weise am Pfingstmontag, 21. Mai, begangen wird.

Helmut Sievers legte der Versammlung einen Vorab-Druck eines Buches über die „Schöpfmühlen zur Entwässerung der Wilstermarsch“ vor, das Professor Dr. Klaus Timm (80) aus Wentorf herausgeben will. Dabei hat er vor allem auf Fotomaterial seines Vaters Hans Timm zurückgreifen können, der in den 1920er Jahren als Fotograf in Itzehoe gearbeitet hatte. Das Buch wird vermutlich im Mai erscheinen und für etwa 22 Euro zu haben sein. Mühlenwart Wolfgang Möller berichtete über die Mühlenbewegungen des vergangenen Jahres bei vier wiederkehrenden Veranstaltungen sowie bei zahlreichen Besichtigungen durch Besuchergruppen – einem ganz bunten Klientel von Vereinen bis hin zu Familienausflügen. „Dabei hat sich unsere Mühle immer von ihrer besten Seite gezeigt“, schwärmte der Mühlenwart. In diesem Jahr starten die Mühlenbewegungen am ersten verkaufsoffenen Sonntag, dem 25. März, von 14 bis 16 Uhr, kündigte Möller an.

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