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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 23:57 Uhr

Gewerbe : Neue Flächen für mehr Wachstum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Itzehoer Verwaltung plant Kauf von mehreren Grundstücken im Innovationsraum, um sie für Gewerbe zu erschließen. Die Politik muss Geld noch freigeben.

von
erstellt am 13.Jun.2017 | 04:45 Uhr

2,5 Millionen Euro hat die Politik im Itzehoer Haushalt 2017 für die Entwicklung neuer Gewerbeflächen eingeplant. Nun zeichnet sich ab, was mit dem Geld konkret erreicht werden soll: Geht es nach den Vorstellungen der Verwaltung, wird die Stadt in näherer Zukunft etwa acht bis neun Hektar bisher nicht erschlossener Gewerbeflächen im Innovationsraum Nord erwerben. Sie sollen in den kommenden Jahren gemeinsam mit Grundstücken, die bereits im Besitz der Stadt sind, erschlossen werden.

Positiv hat sich der Innovationsraum nahe der Autobahn 23 in den vergangenen Jahren entwickelt. Rund 60 Unternehmen mit etwa 1400 Mitarbeitern sind dort ansässig, ermittelte das Innovationszentrum Izet Ende 2016. Erschlossene Gewerbeflächen sind, wie im gesamten Stadtgebiet, inzwischen knapp. Bedarf für weitere Grundstücke sei aber da, heißt es aus dem Rathaus. „Wir müssen uns beeilen, damit wir etwas anbieten können“, sagt Wirtschaftsförderer Thomas Carstens. Er drängt noch aus einem anderen Grund zur Eile: Für die kostspielige Erschließung der Grundstücke mit Straßen und Kanälen sieht Carstens Möglichkeiten, Fördergelder zu bekommen. Die aktuelle Förderperiode laufe bis 2020. „Wer sich erst zum Ende eines solchen Zeitraums bemüht, muss damit rechnen, leer auszugehen.“ Und dann eventuell Jahre warten, bis die komplizierten Förderrichtlinien für eine neue Periode feststehen.

In Gesprächen mit dem Kieler Wirtschaftsministerium und der Schleswig-Holsteinischen Investitionsbank über mögliche Förderungen hätten sich zwei Voraussetzungen abgezeichnet, so Carstens. Zum einen müsse die Stadt Baurecht schaffen. Dies ist mit dem Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan für die Brachflächen des Innovationsraums im Frühjahr bereits angeschoben worden (wir berichteten). Zum anderen sei abzusehen, dass die Stadt nur für Flächen in ihrem Besitz Fördergelder bekommen könne. Deshalb strebt die Verwaltung den Kauf von knapp acht Hektar grüner Wiese von der Fraunhofer-Gesellschaft, Betreiberin des nahegelegenen Instituts für Siliziumtechnologie Isit, sowie eines weiteren Hektars vom Innovationszentrum Izet an, um einen ausreichend großen Bereich gesammelt erschließen zu können. Beide Institutionen hätten bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft zum Verkauf von Flächen signalisiert, so Carstens. Die Konditionen müssten aber noch im Detail verhandelt werden. Um den Wert der Grundstücke zu ermitteln, sei ein unabhängiger Sachverständiger beauftragt worden.

Bevor die Stadt aber tatsächlich kaufen kann, müssen zunächst noch die politischen Voraussetzungen geschaffen werden: Die 2,5 Millionen Euro sind noch mit einem Sperrvermerk versehen. Freigeben kann sie der Wirtschaftsausschuss der Ratsversammlung. Laut Beschluss aus dem Dezember 2016 sollte er dies tun, wenn Handlungsempfehlungen aus dem Gewerbeflächen-Entwicklungskonzept vorliegen, das die Stadt gemeinsam mit Umlandgemeinden erstellt. Die lassen aber noch auf sich warten: Aufgrund „personeller Vakanzen“ sei frühestens im September mit Ergebnissen zu rechnen, schreibt Carstens in einer Sitzungsvorlage für den Wirtschaftsausschuss. Zu spät, meint der Wirtschaftsförderer, und bittet die Wirtschaftspolitiker um eine Freigabe in der nächsten Sitzung am 21. Juni.

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