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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 16:56 Uhr

Neue Fähr-Gesellschaft gegründet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wichtige Fragen noch offen: Nachfolger der insolventen Elb-Link Reederei wird nicht vor Anfang Mai den Betrieb aufnehmen

von
erstellt am 13.Apr.2017 | 15:20 Uhr

Geduld ist gefragt: Seit die Fährlinie zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel am 1. März den Betrieb eingestellt hatte, wurde Ostern als Starttermin einer neuen Gesellschaft gehandelt. Doch das wird nichts. Vor Anfang Mai werden keine Fähren zwischen beiden Städten verkehren. Das erklärte gestern der Cuxhavener Anwalt Jan M. Antholz, der als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt ist.

Rückblende: Zum Aus für die am 20. August 2015 in Leben gerufene Linie hatten offenbar Zahlungsschwierigkeiten der estnischen Saaremaa-Shipping gegenüber der die beiden Doppelend-Fähren finanzierenden Bank geführt. Saaremaa soll die Charter schon einige Monate lang nicht beglichen haben – und musste die Schiffe zurückgeben. Damit stand die Cuxhavener Elb-Link, ein Tochterunternehmen der Esten, plötzlich ohne Schiffe da. Elb-Link musste den Betrieb einstellen und Insolvenz anmelden. Seitdem wurde fieberhaft an der Wiederaufnahme der Fährverbindung gearbeitet.

Im Grundsatz ist dieses Ziel erreicht. Jan M. Antholz erklärte gestern, dass die Elb-Link Fährgesellschaft mbH als Projektgesellschaft geründet wurde und die Geschäfte der bisherigen Elb-Link Reederei GmbH fortführen soll. „Damit ist die Fährlinie zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel ihrem Erhalt einen wichtigen Schritt näher gekommen“, so Antholz. Allerdings seien noch rechtliche und technische Probleme zu klären. Er warnte gestern vor zu hohen Erwartungen: „Der erfolgreiche Ausgang der Sanierung kann leider noch nicht angekündigt werden.“

Die Gründe liegen laut Antholz in einer sehr anspruchsvollen Ausgangslage. Bei der Fährlinie handele es sich um ein spezialisiertes Geschäftsmodell, das schnelle Investitionen verhindere. „Die Defizite der zurückliegenden Monate führten bei möglichen Investoren zu Zurückhaltung. Zeit für eine ausführliche Prüfung und langwierige Kreditentscheidung stand jedoch nicht zur Verfügung.“

Fest steht bereits das Führungsduo der neuen Gesellschaft: Bernd Bässmann, bisher Betriebsleiter, wird die Geschäftsführung übernehmen. Christian Schulz, der Dezember bei Elb-Link ausgestiegen war, wird in der neuen GmbH als Vertreter der Schiffseigner fungieren. Er soll sich auch um die Finanzierung der Gesellschaft kümmern.

Geplant wird in Zukunft mit nur einem Schiff. Christian Schulz betonte zuletzt gegenüber unserer Zeitung, dass eine Fähre genügen werde – mit modifiziertem Antrieb in kürzerer Zeit. Jan M. Antholz sprach gestern in einer Mitteilung von Schiffen. Sicher sei jedoch: Wenngleich einige Probleme noch geklärt werden müssten, sei der Neustart Anfang Mai unerlässlich, um die Saison mitzunehmen.

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