Neue Direktorin im Theater

Vor ihrer künftigen Wirkungsstätte: Ulrike Schanko (Mitte) mit Bürgermeister Rüdiger Blaschke und Theaterdirektorin Dr. Mechtild Hobl-Friedrich. Foto: ehrich
Vor ihrer künftigen Wirkungsstätte: Ulrike Schanko (Mitte) mit Bürgermeister Rüdiger Blaschke und Theaterdirektorin Dr. Mechtild Hobl-Friedrich. Foto: ehrich

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18. Dezember 2009, 09:58 Uhr

itzehoe | "Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit einer Dame." Jetzt kommt wieder eine: Bürgermeister Rüdiger Blaschke hat gestern Ulrike Schanko als neue Theaterdirektorin ab September 2011 und damit Nachfolgerin von Dr. Mechtild Hobl-Friedrich (65) vorgestellt.

Ulrike Schanko, die am Montag 54 Jahre alt wird, war bis zum Sommer Intendantin des Rheinischen Landestheaters Neuss. Mit ihr komme eine "versierte Theaterfrau" sagte Blaschke und freute sich, dass eine lange Suche zu Ende ist. Aus vielen Bewerbungen seien drei gleichwertige in die engere Wahl gelangt. Der Theaterchef schien gefunden, hatte dann aber laut Blaschke Wünsche, die über die Konditionen der Ausschreibung hinausgingen. Das habe der Hauptausschuss nicht mitgemacht, der Bewerber habe abgesagt.

Ulrike Schanko hat "unter Schmerzen gelernt, dass man mit den Gegebenheiten umgehen muss", wie sie sagte. "Es gehört in unserem Beruf dazu, kreativ zu sein und Lösungen zu finden." 26 Jahre hat sie an kommunalen Theatern gearbeitet, mit dem Schwerpunkt Schauspiel, aber stets dem Blick für alle Sparten. Als Dramaturgin hat sie die Stücke entwickelt - "es lief Gefahr, Routine zu werden". Jetzt sei es eine Herausforderung, ein Theater zu führen, das von anderen bespielt werde. Und zwar ein bekanntes Theater: "Itzehoe hat einen guten Ruf."

Schon früh im neuen Jahr wird Ulrike Schanko mit Mechtild Hobl-Friedrich zusammenarbeiten, um ihre erste Spielzeit ab Herbst 2011 vorzubereiten. "Es ist ein Haus, was gut funktioniert", betonte sie. Das einzig Sinn volle sei eine möglichst breite Angebotspalette, "eine geschickte Gratwanderung zwischen sinnlicher Verführung und intellektueller Herausforderung". Erhalten, möglichst ausbauen, will sie das Kinder- und Jugendtheater. "Ein Segen" sei die Stelle für Theaterpädagogin Britta Schramm - und dass diese gerade auf 30 Stunden aufgestockt wurde, wertete Blaschke als Bekenntnis der Politik zum Theater: "Stärken müssen wir stärken."

Als Schauspielerin, so wie bisher immer wieder einmal in Nebenrollen, werde sie wohl nicht mehr tätig, meinte Ulrike Schanko. Als Übersetzerin schon eher: Sie hat Stücke und Werke aus dem Französischen und Englischen übertragen, auch deutsche Stücke bearbeitet. Jetzt sei sie neugierig auf den Norden, sagte die 53-Jährige. Und sie freut sich auf die Unterstützung des Vereins der Theaterfreunde: Es habe sie "positiv überrascht", was dieser bisher alles erreicht habe.

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