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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 21:47 Uhr

Kultur : Neue Chancen für junge Bands

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jugendtreff am Holzkamp nimmt die Musikszene stärker in den Fokus

Keine Probenräume. Keine Möglichkeit für Auftritte. Die Probleme für junge Bands aus Itzehoe und Umgebung sind seit Jahren dieselben. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht – und doch gibt es Hoffnung für die Szene. Mit neuer Besetzung im Jugendtreff am Holzkamp wird die Jugendmusik-
Kultur zu einem Schwerpunkt.

Holger Reimers (61) kümmert sich schon lange um diesen Bereich, war aber in vielem Einzelkämpfer. Nun ist André Holling-Wollmann neu dabei: „Das sind zwei Personen, die gut Jugendliche in dem Bereich begleiten und Chancen bieten können, was vorher nicht so der Fall war“, sagt der 38-Jährige. Er arbeitet auch im Edendorfer Kindertreff und betreute zuvor während seiner Elternzeit mit reduzierter Stundenzahl das Ganztagsschul-Programm der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld. Schon seit Kindesbeinen ist er als Musiker aktiv. Er ist Gitarrist bei der Band NoM, Produzent, Veranstalter und Veranstaltungstechniker. Sein Kollege Reimers baute über Jahre die Konzerttechnik des Jugendtreffs auf, unter seiner Regie läuft bereits ein Musikprojekt.

Kaum da, machte Holling-Wollmann per Aufruf auf Facebook eine Idee publik: Er suchte Bands und Solomusiker aus Itzehoe und Umland, die mit einem Song auf einer CD vertreten sein wollen. Und die Nachfrage? Er dreht sich um, holt einen Zettel vom Schreibtisch. Das DINA 4-Blatt ist voll: 28 Bands haben sich gemeldet, mehr als 50 Mal wurde der Aufruf geteilt. „Das Interesse ist sehr groß, ich hätte nicht mit so starker Resonanz gerechnet“, sagt der Sozialpädagoge. „Das wollen wir weiter fördern“, sagt er – auch in der Hoffnung, dass viele Bands nachwachsen. Möglichst vor Weihnachten soll voraussichtlich eine Doppel-CD erscheinen – zum einen mit härterer Musik, zum anderen mit Pop, Rock und Hip-Hop. Ein halbes Dutzend Bands hat noch keinen aufgenommenen Song, schon denkt Holling-Wollmann an einen zweiten Sampler: „Jede Band in Itzehoe und Umkreis hat das Recht, auf so eine CD mit raufzukommen.“

Das ist das eine. Aber Bands müssen proben, Bands wollen auf die Bühne. „Musik gehört klassisch in den Bereich offene Jugendarbeit“, sagt Reimers. Doch am Holzkamp geht nicht viel: Einmal im Monat darf es bis Mitternacht laut sein. Aufnahmen, die die Bands möglichst selbst machen sollen, sind schwer zu realisieren, ohne den laufenden Betrieb zu behindern, deshalb wird zumindest für das Schlagzeug ein Raum gesucht. Umso größer ist die Vorfreude auf das neue Haus der Jugend an der Grunerstraße mit zwei Probenräumen und Saal, sagt Holling-Wollmann: „Wir haben dann einfach mehr Möglichkeiten.“ Mit dem Aufbau der Technik für die Produktion werde darauf schon hingearbeitet.

Die Jugendtreff-Mitarbeiter, zu denen auch Sarah Thomsen gehört, wollen die Bands begleiten, das Meiste sollen sie aber selbst machen. Eine Konzertgruppe soll gebildet werden, erstes Treffen ist am 5. Oktober um 19 Uhr: „Nicht nur für Musiker, auch für Musikhörer“, sagt Holling-Wollmann. Viel werde schon gemacht – „aber es ist noch viel zu wenig für die Jugendmusik-Kultur in Itzehoe und Umgebung“.

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erstellt am 18.Sep.2015 | 05:00 Uhr

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