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Historisches Glückstadt : Neue Chance fürs Stellwerk-Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ehrenamtler öffnen das denkmalgeschützte Gebäude am Pfingstsonntag für Besucher. Verein verhandelt mit der Bahn über Mietvertrag.

von
erstellt am 02.Jun.2017 | 05:05 Uhr

Weil die Deutsche Bahn die Kosten für die Sanierung des Gebäudes am Glückstädter Bahnhof nicht übernehmen will, ist am 31. März 2017 Schluss im ehrenamtlich betriebenen Museum. Das berichteten wir im November vergangenen Jahres. Doch jetzt gibt es einen Hoffnungsschimmer für das besondere Haus. Es wird verhandelt, die Aussichten, dass es doch weitergehen kann, stehen gut.

Die neun Ehrenamtler, die das Museum im ehemaligen Stellwerk an der Christian-IV-Straße betreuen, laden schon am Pfingstsonntag, 4. Juni, zur Besichtigung der vielen Unikate rund um die Eisenbahngeschichte in Glückstadt ein. Geöffnet ist das Haus von 14 bis 17 Uhr. Die Akteure sind mittlerweile alle Mitglieder des Vereins Marschbahn, der wiederum dafür sorgt, dass die historischen Waggons und Loks am Bahnhof instand gehalten werden. Der Verein hat die Verhandlungen mit dem Besitzer des Stellwerks, der Bahn, übernommen. Federführend ist hier Lutz Thieme, ein ausgewiesener Experte in Sachen Bahnangelegenheiten. Den Verein leitet Jürgen Friese, der in früheren Jahren bereits lange Zeit das Stellwerk-Museum leitete. Wie er sind auch andere in beiden Gruppen bereits aktiv gewesen.

„Der Vertrag mit der Bahn ist noch nicht in trockenen Tüchern“, sagt Jürgen Friese. Die ersten Entwürfe musste der Verein ablehnen, weil die Forderungen der Bahn zu hoch waren. Jetzt wird über eine neue Form des Mietvertrags verhandelt, „deren Miete wir bezahlen können“, sagt Friese. „Das große Problem sind die Reparaturen.“ Denn diese soll der Verein übernehmen. Für die anstehende Reparatur des Daches sind dem Verein Spendengelder in Aussicht gestellt worden. „Sonst könnten wir es nicht“, betont der Vorsitzende.

Das Stellwerk wurde 1938 gebaut. Unterstützung hat der Verein beim Stellwerk-Museum von Bürgermeisterin Manja Biel. „Sie ist von Anfang an bei den Verhandlungen eingebunden.“ Jürgen Friese geht davon aus, dass es zu einem „guten Abschluss kommt“. Bis September ist Zeit, so lange ist die Kündigung vom vergangenen Jahr ausgesetzt. Die Gebäude Stellwerk und Bahnhof stehen unter Denkmalschutz. „Die Grundidee ist, dass beide Gebäude gemeinsam mit den historischen Zügen als Ensemble gezeigt werden“, erklärt Friese.

Dieter Meier und Ewald Jahrstorfer sind zwei, die sich seit Jahren für das Stellwerk-Museum engagieren. Jahrstorfer ist pensionierter Stellwerker. Er kennt sich im Detail aus und kann die historische Anlage im Gebäude bedienen und vorführen. Wenn der Besucher es wünscht, kann Jahrsdorfer Züge einfahren lassen und die Bedienung des Stellwerkes „von A bis Z “demonstrieren. Aber es gibt dort noch vieles mehr zu bestaunen.

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