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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 00:09 Uhr

Neue Basis für Region Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verein und Stiftung in Vorbereitung – Ratsversammlung sagt Ja

von
erstellt am 10.Nov.2014 | 05:00 Uhr

15 Gemeinden und die Stadt Itzehoe arbeiten seit 2002 in der Region Itzehoe zusammen. Jetzt wird dafür eine neue Grundlage geschaffen: Anfang 2015 soll der Verein Region Itzehoe gegründet werden. Dieser wiederum wird Träger einer Stiftung, die Projekte in der Region fördern soll. Alle Kommunen müssen zustimmen – der Beschluss in der Itzehoer Ratsversammlung ist gefallen.

Der Hintergrund: Es gibt Geld zu verteilen. In der Region waren Kontingente für den Wohnungsbau vereinbart worden, doch dann kamen Zugeständnisse für Breitenburg wegen des großen Neubaugebiets in der ehemaligen Kaserne. Dafür zahlt die Gemeinde als Ausgleich bis 2016 insgesamt 210 000 Euro. Statt das Geld für Projekte zu verbrauchen, entschied sich die Lenkungsgruppe der Region für die Stiftung als nachhaltigere Lösung mit einem nicht eingetragenen Trägerverein. Dieser Weg wurde von einer Anwaltskanzlei empfohlen.

Ziele der Stiftung sind die Jugend- und Altenhilfe, Erziehung und Volksbildung – sperrige Begriffe, die direkt der Abgabenordnung entnommen sind, um die Gemeinnützigkeit abzusichern. Im Mittelpunkt aber steht die Förderung von Kindern und Jugendlichen, während der Verein Region Itzehoe deren Ziele weiterführt von Infrastruktur bis Tourismus. Und er soll „das gegenseitige Vertrauen seiner Mitglieder“ fördern.

Damit ist es zumindest bei Hans Emil Lorenz (UWI) nicht weit her. Die Vereinbarung in der Region sei nicht mit Leben erfüllt worden, „bisher haben nur die Umlandgemeinden von dem Vertrag profitiert“, sagte er mit Blick unter anderem auf die Wohnbau-Kontingente, bei denen Itzehoe verzichtet habe, und die Verweigerung bei der Nordumgehung für Itzehoe. Die Stadt bleibe nur weiter die Melkkuh. Eine Ablehnung kam auch von der FDP, für die Dr. Jörn Michaelsen Probleme bei der Haftung sah – eine Sorge, die Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen nicht teilte. Außerdem habe die Stiftung nur wenig Geld aus den Zinserträgen zu verteilen. Dafür lohne sich der „bürokratische Moloch“ des Vereins nicht, meinte auch Günter Wolter vom IBF, das ebenfalls mit Nein stimmte.

Die zu verteilenden Erträge werden auf 4500 bis 6000 Euro im Jahr geschätzt. Doch es werde auf Zustiftungen gehofft, auch Spenden seien möglich, sagte Ralph Busch (CDU). Das Geld aus Breitenburg solle der ganzen Region zugute kommen. Hans-Dieter Helms (SPD) reagierte auf Lorenz’ Kritik: Der Verein solle eine Klammer für die Region sein. „Mit einer Kultur des Misstrauens und des kleinkrämerischen Aufrechnens werden wir in der Region Itzehoe nicht weiterkommen.“ Es gehe um eine Weiterentwicklung, betonte auch Sönke Doll (SPD): „Wir sollten froh sein, dass das, was damals gesät wurde, heute auch geerntet werden kann.“

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