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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 09:45 Uhr

Neue Band will keine Eintagsfliege sein

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sechs Musiker um den Wilsteraner Frontmann Florian Lindemann geben sich experimentierfreudig

Wenn sie auch erst zwei gemeinsame Auftritte gespielt haben – sowohl in ihren Songs wie auch ihrem Stage Acting war zu merken: Hier spielen sechs Musiker mit langjähriger Erfahrung aus unterschiedlichen Genres zusammen, die Freude an ihrer Musik haben und dies auch ins Publikum weiter tragen. Die Wilsteraner Band „Dayfly's Diary“ („Tagebuch einer Eintagsfliege“) kommt mit ihrem Progressive Rock (kurz „Prog-Rock“) bei den Zuhörern an. Wenn sie auftreten, wird es eng auf der Bühne, benötigen sie für ihre ausgefeilten Klangteppiche doch geballte musikalische Power mit nicht weniger als sechs Musikern, darunter gleich drei Gitarristen und ein Keyboarder.

Florian Lindemann (Gesang, Gitarre), Christoph Martensen (Gitarre), Markus Riethmüller (Gitarre, Gesang), Wolfgang Steinhörster (Bass), Karsten Hagmayer (Schlagzeug) und Michael Gergert (Synthesizer, Keyboard) sind selbstbewusst genug, fast ausschließlich eigene Titel und nur einige wenige Coversongs in ihrem Repertoire zu haben – die sind von den Urvätern des Prog-Rock, Pink Floyd, und ihren athmosphärisch-ruhigen Soundteppichen sowie aktueller von Steven Wilson – und müssen einfach sein.

Harte Gitarren, gepaart mit melodischen Keyboards und ausgefeiltem Gesang bei einer mal harten, mal verspielten Rhythmussektion machen ihre Musik zu einer spannenden Reise durch die verschiedenen Facetten des Rocks. Die Songs entstehen aufgrund von Melodien der drei Gitarristen in Gemeinschaftsarbeit, Texte und Gesangsmelodie werden vom Sänger beigesteuert. Sie kommen schließlich zustande auf Basis gemeinsamen Jammens, „und unser Rhythmus-Mann macht etwas am Schlagzeug dazu“, beschreibt Florian Lindemann.

Die seit Herbst 2014 in dieser Besetzung bestehende Band hatte zuvor eine zweieinhalbjährige Vorbereitungszeit. „Da haben wir so Einiges probiert“, sagt Gitarrist Christoph. Nachdem sie sich ihre Songs erarbeitet hatten, wagten sie sich mit ihnen in ihren ersten beiden Gigs an die Öffentlichkeit. Bei ihrem jüngsten Auftritt im „Veranstaltungszentrum Atzehoe“ in Itzehoe wurden sie von einer interessierten und äußerst angetanen Menge bejubelt.

„Unsere Songs sind sehr experimentell und so gestaltet, dass man auch mal abschweifen kann“, beschreibt Sänger Florian. „Sie können schon mal sieben, acht Minuten lang werden. Das lässt uns viel Raum zum Experimentieren.“ So fließen in die ausgefeilten Kompositionen die unterschiedlichsten Elemente mit ein, denn sie kommen zur Hälfte aus Steinburger Bands wie der Metal-Formation „Amentia“ und aus weiteren Rockbands wie „Pale Face“ oder „Z-Roxx“ aus Elmshorn. Sänger Florian (früher bei „Pale Face“) ist der einzige eingefleischte Wilsteraner.

Die andere Hälfte von ihnen hat bei verschiedenen Bands im Ruhrgebiet gespielt, ist wegen der Arbeit hergezogen und hat ihre musikalischen Einflüsse gleich mitgebracht. Daraus ergibt sich der Variantenreichtum, aus dem die Formation schöpfen kann.

Florian ist der einzige Berufsmusiker, covert professionell Rock-und Pop-Songs und sagt: „Diese Band ist ein toller Ausgleich dazu, denn wir machen nur unsere eigene Musik. Man kann in dieser Richtung wunderbar experimentieren und auch schon einmal ein zweites, drittes oder viertes Gitarrensolo einbringen.“

Der ein wenig selbstironische Name „Dayfly's Diary“ bedeutet „Eintagsfliegen-Tagebuch“ und beschreibt den Charakter ihrer Stücke. „Jeder Song ist eine Episode daraus: Musik, die zum Nachdenken anregt, die kontrovers ist. Schon beim Namen kommt man ins Grübeln er ist dazu noch eine Alliteration (ein Stabreim, bei dem die Anfangsbuchstaben gleich sind, Red.)“. Auch ihr Logo haben sie selbst gestaltet. Noch haben sie keine CD, „aber wir arbeiten dran“, sagt Sänger Florian. „Wir machen jetzt über den Winter gute Aufnahmen im eigenen Studio“, erzählt Drummer Karsten. Dann wollen sie sich damit präsentieren und bewerben, was sie bis jetzt nur über soziale Netzwerke machen. Die CD- Aufnahmen können sie sogar in ihrem eigenen professionellen Studio erstellen.

Im Moment haben die Musiker zehn bis zwölf fertige Songs, können über eine Stunde spielen, aber ihre Musik hat Potenzial. „Man kann sich überraschen lassen, wo sie hinführt“, sagt der Sänger.

Slber Musik zu machen, sei das Spannende, meint Florian, und auch ihre Songs verändern sich. Nur eines verändert sich nicht: „Unsere Freude an der Musik und ihrer Weiterentwicklung“, erklärt er.


>Infos und Kontakt: www.dayflysdiary.com oder auf facebook (unter „Dayfly's Diary“).

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