Neue Ausstellung: Museum sucht noch Erinnerungsstücke

von
17. Juli 2015, 12:44 Uhr

Im Museum am Wasserturm wird demnächst eine Ausstellung zum örtlichen Industrie- und Geschäftsleben von 1945 bis 1975 zusehen sein. Dafür suchen die Organisatoren Ingo Dobberitz und Christian Meurer noch Erinnerungsstücke aus dieser Zeit. „Die Entwicklung der Gemeinde Hohenlockstedt vom Truppenübungsplatz Lockstedter Lager über eine Landgemeinde mit überwiegend landwirtschaftlichem Charakter zu einer Industriell-gewerblichen Gemeinde hat sich verhältnismäßig schnell vollzogen“, heißt es in einem Bildband über den Kreis Steinburg aus dem Jahre 1973.

„Nach dem zweiten Weltkrieg zogen zahlreiche vertriebene Industriebetriebe aus dem Osten in die leeren Hallen einer Munitionsfabrik ein und entwickelten sich hier neu. Tatsächlich erlebte die Großgemeinde im Zuge des Wirtschaftswunders einen ungeahnten Aufschwung. Zeitweilig gab es über 1200 ortsgebundene Arbeitsplätze.

Inzwischen existieren die meisten davon nicht mehr. Eine Ausstellung im Museum des Vereins für Kultur und Geschichte will an diese Ära erinnern: die ersten 30 Jahre nach dem Krieg, in denen es in Hohenlockstedt nicht nur mehrere große Firmen, sondern auch eine vielfältige Arbeits- und Geschäftswelt gab, auch die einen Großteil der örtlichen Kaufkraft banden. Manche Firmen, Läden und Betriebe existieren bis heute, andere wurde in den letzten Jahrzehnten geschlossen, manche sind längst in Vergessenheit geraten: Wer weiß heute noch, dass es in Hohenlockstedt auch einmal eine Schuhfabrik gegeben hat, eine Zurichterei für Faserstoffe, Haare und Borsten, Mechanische Werkstätten, eine optische Fabrik oder einen Getränkehersteller?

Es gab ein Kino, fünf Tankstellen und noch mehr Bankfilialen, viele Schneider, Schuster, Schlachtereibetriebe und Friseursalons, Drogerien, Hotels, einen Ofensetzer, einen Uhrmacher, eine Eisenwaren- und eine Kohlenhandlung, etliche Lebensmittelläden und Textilkaufhäuser und vorerst nur einen großen Supermarkt: Bona-Lux.

Diese Zeiten, bestimmt von Personen wie Fuhrunternehmerin Dolly Fisch und Erdbeerkönig Lönser, soll so umfassend wie möglich präsentiert werden. Darum bitten die Ausstellungsmacher Ingo Dobberitz und Christian Meurer alle Hohenlockstedter, die noch Erinnerungsstücke an damalige Geschäfte oder einen Betrieb besitzen (Geschäfts- oder Belegschaftsfotos, hergestellte Produkte, Werbeartikel, Arbeitskleidung usw.) sich mit ihnen in Verbindung zu setzen und geeignete Gegenstände für diese Präsentation zur Verfügung zu stellen. Auch Zeitdokumente von heute noch vorhandenen Unternehmen kommen in Frage. Die Ausstellung soll auch während ihrer Dauer noch erweiterbar sein.


>Weitere Informationen bei Christian Meurer unter Telefon 04826/2120 oder bei Ingo Dobberitz unter Telefon 04826/1765.


zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen