Glückstädter Leuchttürme : Neubauten auf 2018 verschoben

Das Unterfeuer wird ebenfalls höher gebaut.
Foto:
1 von 3
Das Unterfeuer wird ebenfalls höher gebaut.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt investiert etwa 2,2 Millionen Euro. Lieferengpässe beim Material sorgen für Verzögerung.

von
06. November 2017, 05:00 Uhr

Der Leuchtturm am Neuendeich sollte eigentlich schon abgerissen sein. So sahen es die Pläne des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) vor. Das Gleiche gilt für den Turm im Deichvorland. Beide Bauwerke , Ober- und Unterfeuer, sind 80 Jahre alt. Doch der Neubau für rund 2,2 Millionen Euro wird auf das kommende Jahr verschoben. „Wir mussten die Ausschreibung verlängern“, erklärt Jürgen Behm, Sachbereichsleiter für Verkehrswesen und Liegenschaften beim WSA in Hamburg. „Die Stahlrohre, die benötigt werden, sind nicht so schnell lieferbar.“ Dies hatten die Firmen moniert, die sich an der Ausschreibung beteiligt hatten. Inzwischen steht fest, dass eine Hamburger Firma den Auftrag bekomm hat.

Die Stahlrohre sind ein Hindernis gewesen, ein anderes: „Wir dürfen im Zeitraum vom 15. Oktober bis 15. März nicht im Deichvorland bauen.“ Dafür hat das Landesamt für Küstenschutz keine Genehmigung gegeben. Für die ausführende Firma hat dies jetzt den Vorteil, dass sie in Ruhe über den Winter planen und zeichnen kann. „Die Bauwerke werden auch schon vorbereitet“, so Behm.

Die neuen Türme sollen ähnlich aussehen wie die jetzigen. Der 33 Meter hohe Turm am Neuendeich wird wieder rot-weiß gestreift sein. Nur wird er dann 42 Meter hoch. Auch die neue Kuppel wird ähnlich sein, wie jetzt, sagt Behm.

Auch das kleinere Unterfeuer im Deichvorland in Höhe Glückstadt-Kimming wird zeitgleich neu entstehen. Es bekommt eine Höhe von 21 Metern. „Für den Bau werden besondere geländegängige Geräte gebraucht“, sagt Behm. Es sei nicht so einfach zu bauen – ein Leuchtturm sei schließlich kein Reihenhaus.

Die Streifen an den Türmen haben eine besondere Bedeutung für die Schifffahrt, erklärt der Fachmann. „Sie müssen an Form und Farben erkennbar sein.“ Als Beispiel nennt er die Türme in Brokdorf, die in schwarz-weiß und rot-weiß gekennzeichnet sind. „Damit die Richtfeuer auch am Tage oder bei Ausfall der Laterne im unbefeuerten Zustand als Richtmarken beziehungsweise Richtbaken verwendet werden können, ist es wichtig, dass die Bauwerke als zugehöriges Paar zuordenbar sind. Das heißt, die Silhouette und die Farbgebung der zueinander gehörenden Türme ist jeweils gleich gewählt. Daher haben im Bereich Brokdorf, wo sich zwei Richtfeuerlinien kreuzen, die zueinander gehörenden Richtfeuer Oberfeuer Brokdorf und Unterfeuer Hollerwettern eine Rot-Weiße-Farbgebung und gleichförmige Laternenhäuser und die ebenfalls zueinander gehörenden Richtfeuer Oberfeuer Osterende und Unterfeuer Osterende eine Schwarz-Weiße Farbgebung und eine andere Laternenhausform.“

Die beiden Leuchtfeuer in Glückstadt müssen höher gebaut werden als die jetzigen. Wie berichtet, hängt dies auch damit zusammen, dass ein Unternehmer im Kimming in den 90er Jahren sein Haus höher baute als erlaubt. Seither erfüllen die Richtfeuer ihren Zweck nicht mehr ganz korrekt. Das Warfthaus war zwei Meter höher als erlaubt gebaut worden.

Die Schiffe auf der viel befahrenen Elbe hatten und haben damit auch heute noch ein Problem. Vor allem bei Niedrigwasser. Lange wurde gestritten, ob das Haus zurückgebaut werden muss. Es steht noch – stattdessen werden jetzt die Leuchttürme höher gebaut. Als der Leuchtturm am Neuendeich 1937 gebaut wurde, gab es die Baugebiete Butendiek und Kimming noch nicht. Dort wo sie heute stehen, war damals noch flaches Deichvorland.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen