zur Navigation springen

Verärgerte Anwohner : Neubaupläne und eine enge Straße

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mögliches Baugebiet im Kratt: Anwohner der Waldstraße sind in Sorge und planen die Gründung einer Bürgerinitiative.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Der Widerstand wächst. Weil die Stadt im Kratt wieder ein Neubaugebiet plant, sind die Anwohner auf der Zinne. „Wir fürchten um unsere Gesundheit, wenn hier jede Menge Baufahrzeuge an unseren Häusern vorbeifahren“, klagt Peter Nowak. Die Bürger fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen. „Wir werden nicht beteiligt,“ sagt Nowak. Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen sieht das anders.

Schon einmal hat es Konflikte um das Baugebiet gegeben. Vor mehr als zwei Jahren kam der Plan auf, dort 100 Grundstücke auf 6,8 Hektar entstehen zu lassen – allerdings fand sich kein Investor. Koeppen hatte den schon damals protestierenden Anwohnern versprochen, mit ihnen ein Gespräch zu führen, „sobald wir in der Verwaltung auch nur darüber nachdenken, dort etwas zu machen“. Deswegen habe es ein Treffen mit einer Delegation der Anwohner gegeben, in dem er sich deren Bedenken angehört habe, so Koeppen.

„Doch dort wurden uns schon konkrete Pläne präsentiert“, klagt Anwohnerin Katrin Boddien. Demnach will die Stadt im Eichtal 38 Bauplätze schaffen. „Und alles soll über die Waldstraße erschlossen werden, die nur 4,10 Meter breit ist. Da passen doch nicht mal zwei Lastwagen aneinander vorbei. Das wird zur Folge haben, dass die Lastwagen hier durch das gesamte Wohngebiet fahren und mit laufendem Motor warten werden, bis sie zur Baustelle hinunterfahren können.“

Die Anwohner wehren sich nicht gegen das Baugebiet, nur gegen den Verkehr, der beim Bau entsteht. Wie Koeppen halten sie es für nötig, neuen Wohnraum in Itzehoe zu schaffen, das Kratt sei dafür gut geeignet. Aber sie fürchten, dass die Stadt nach dem jetzt geplanten Bauabschnitt weitere folgen lässt und die Bauarbeiten so über Jahre andauern könnten.

„Die Belastungen halten weder unsere Häuser noch die Straßen aus“, fürchtet Nowak. Er bezweifelt, dass die Rettungswege genügen. „Hier kann schon jetzt nicht mal ein Feuerwehrauto wenden.“ Dazu gerieten Kinder in Gefahr, die durch das Kratt zur Schule gehen oder fahren. Deswegen fordern die Anwohner, dass die Stadt alternative Zufahrtswege prüft, etwa über die Große Paaschburg, die Tal- oder Jahnstraße.

Die Verwaltung hat das zugesagt. „Wir sind jetzt intern weiter am Überlegen“, so Koeppen. „Dabei werden wir die Bedenken selbstverständlich aufnehmen und versuchen, es bestmöglich für alle Beteiligten darzustellen.“ Es gehe um die Abwägung, „dass wir neue Bauplätze brauchen, aber die Anwohner nicht über die Maßen belasten wollen“.

Aber schon vor zwei Jahren waren die alternativen Zufahrtswege am Ende verworfen worden – etwa der über die Große Paaschburg, weil es dort alten Baumbestand gibt. Doch die Anwohner setzen darauf, dass es dort und an der Jahnstraße kleine Wirtschaftswege gebe, die als Baustraßen ausgebaut werden könnten. „Die Stadt muss das ernsthaft prüfen, denn wir werden in der Sache nicht nachgeben“, sagt Katrin Boddien. Die Gründung einer Bürgerinitiative sei in Planung, auch ein Bürgerbegehren möglich, wenn die Stadt an den Plänen festhalte.

Die Verwaltung gibt sich weiter gesprächsbereit. Die Pläne würden in einer der nächsten Sitzungen des Stadtentwicklungsausschusses vorgestellt, sagt Hauptamtsleiter Frank-
Dieter Simon – öffentlich. „Und natürlich kann jeder Bürger in der Fragestunde seine Fragen loswerden.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert