Nach dem Feuer : Neuaufbau bei den Pfadfindern

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Kinder und Jugendliche hoffen in Oldendorf jetzt auf Unterstützung und Spenden. Kreisjugendring findet in Itzehoer Tonkuhle neue Bleibe für das Ferienprogramm.

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13. Juni 2014, 13:11 Uhr

Das Problem wird schon beim Betreten der Anlage deutlich: Gleich im Eingang liegt ein gewaltiger Haufen verkohlten Holzes, versengter Wand- und Deckenteile und verbrannter Erde. Das Pfadfinderheim auf dem Pfadfinderplatz in Oldendorf ist Ende Mai niedergebrannt, die Ursache ist noch unklar (wir berichteten). Aber ihre Arbeit soll weiter gehen, und deshalb versuchen die Pfadfinder vom „Stamm Janus“, für deren Aktivitäten das Vereinsheim ein zentraler Bestandteil war, aus der Not nun eine Tugend zu machen. So haben sie jetzt eine etwas weiter auf dem Gelände stehende Hütte reaktiviert, die bislang für die Erwachsenen gedacht war. „Wir versuchen zu improvisieren.“ Weiterhin finden wöchentlich immer mittwochs von 16.30 bis 18 Uhr die „Meutenstunde“ für eine Gruppe von jüngeren Pfadfindern von 5 bis 10 Jahren statt.

Sie sind insgesamt 35 Mitglieder, davon 30 Kinder, die hier in der Jugendarbeit in der Natur und in der Gemeinschaft lernen sollen, miteinander umzugehen und denen Teamwork gelehrt von Jugendlichen für Jugendliche beigebracht wird. So werden sie auch gemeinsam versuchen, alles wieder aufzubauen. „Wir möchten gestärkt daraus hervor gehen und werden auch von Eltern unterstützt“, freut sich der „Stammesführer“ und Leiter der Gruppe, Max Embacher (20).

Er organisiert mit fünf weiteren 15-Jährigen Aktivitäten wie Ballspiele, Feuermachen und Spiele im Wald wie Geländespiele oder eine Schnitzeljagd als Verfolgungsspiel organisiert. „Wir sind viel draußen, kochen zusammen, basteln Fackeln, machen Kerzenziehen und stellen Schlüsselanhänger her“, beschreibt er die Aktivitäten.

Der BDP (Bund deutscher Pfadfinder)-„Pfadfinderstamm Janus“ hat hier eine langjährige Geschichte. Das nieder gebrannte, kleine Häuschen wurde 1974 von den Pfadfindern in Eigenregie für ihre eigenen Zwecke gebaut und auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten, mit Hilfe von Bauunternehmer Ernst Schütt mit Küche, Bädern und Kamin gemauert.

Auf einer Grundfläche von 50 Quadratmeter mit Spitzboden war es urig eingerichtet. „Darin haben wir unsere Gruppenstunden abgehalten, gekocht und Essen gemacht“, schildert Max Embacher. Einmal in der Woche wird es ganzjährig auch von den Pfadfindern selber und vor allem im Winter genutzt. Und es wird von ihnen auch jedes Wochenende gut vermietet, was für ihre Aktivitäten eine ganz ordentliche Einnahmequelle darstellt.

Besonders ärgerlich sei der Brand auch deshalb gewesen, da in dem Gebäude kurz vorher ein Wasserschaden von 12 000 Euro behoben wurde, sie ein neues Bad und eine neu geflieste Küche erhalten haben, was die Versicherung bezahlt hat. „Das ist jetzt alles weg.“ Auch deshalb wollen sie das Gebäude langfristig ganz neu und in Eigenleistung wieder aufbauen. Dafür muss aber erst einmal die Entscheidung der Versicherung gefällt werden, ob sie den Schadensfall reguliert.

Zunächst einmal muss aber das abgebrannte Gut abgetragen werden. „Wir wissen noch gar nicht so genau, wie“, so Embacher. „Und wir brauchen Hilfe in Form von Spenden.“ Das kann finanzielle Hilfe sein, sie freuen sich aber auch über Spenden aller Art wie etwa Möbel oder Werkzeug. Da ist ihnen fast alles willkommen. In dem Gebäude sind auch zwei Kanus verbrannt, auch hier wäre Abhilfe und Ersatz nötig. Glück hatten sie, dass von den Feuerwehrleuten während des Brandes ihre Zelte gerettet werden konnten.


>Unterstützer und Interessenten an Hilfe für die Pfadfinder können sich bei ihnen melden. Kontakt: maxembacher@yahoo.de.

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