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Neu für die Glückstädter Feuerwehr: Ein Fahrzeug für (fast) alle Fälle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 15:11 Uhr

Im kommenden Jahr wird der Fahrzeugpark der Freiwilligen Feuerwehr in Glückstadt deutlich modernisiert: Zwei neue Fahrzeuge sind bestellt. Die Stadt investiert knapp 800 000 Euro. Eines der Fahrzeuge soll die Fähigkeiten der Wehr durch innovative Technik deutlich erweitern.

„Feuerwehrfahrzeuge haben eine technische Lebensdauer von etwa 25 Jahren“, erklärt Wehrführer Ties Tießen. „Zwei unserer Fahrzeuge haben diese Grenze erreicht und müssen ersetzt werden.“ Zum einen wird ein vorhandenes sogenanntes Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeug (HLF) gegen ein neues ausgetauscht. „Das HLF ist der Allrounder unter den Feuerwehrfahrzeugen“, erklärt Tießen. „Es wird für Löscheinsätze, technische Hilfeleistung etwa bei kleineren Verkehrsunfällen oder zum Beispiel zum Leerpumpen von Kellern eingesetzt.“ Das neue Feuerwehrauto wird ähnlich ausgestattet sein wie das alte. Teile der Ausrüstung werden weiter genutzt. Zusätzlich wird ein Messgerät für den Kohlendioxid-Gehalt der Luft in Wohnungen oder Kellern an Bord sein. „Außerdem wird es ein Automatikgetriebe haben, was die Fahrer auf der Einsatzfahrt entlastet“, so Tießen. Beide Neuerungen sollen die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöhen. Knapp 330 000 Euro wird das neue Fahrzeug kosten.

Mit rund 460 000 Euro deutlich teuerer, aber laut Tießen auch wesentlich vielseitiger, wird das zweite neue Gefährt der Wehr, ein sogenannter Wechsellader. Dabei handelt es sich um einen Lkw mit Blaulichtanlage, der mit verschiedenen Containern, Abroll-Behältern genannt, bestückt werden kann. „Das Fahrzeug wird in der Regel mit einem Container für schwere technische Hilfeleistungen, etwa nach Bahnunfällen, beladen sein.“ Darüber hinaus ist aber zum Beispiel auch der Transport der geplanten Sandsackabfüllmaschine (wir berichteten) für Sturmfluten eine Aufgabe für den Wechsellader. „Auch die Ausrüstung für die Bekämpfung von Ölverschmutzungen wird in einen Abroll-Behälter geladen“, so Tießen. Großer Vorteil hier: Da das neue Fahrzeug auch über einen leistungsstarken Kran verfügt, kann es bei Bedarf nicht nur die Ausrüstung und das Ölwehrboot auf einem Anhänger transportieren, sondern es auch gleich vom Trailer auf ein Gewässer setzen. „Das geht alles mit einem Auto. Jetzt brauchen wir dafür mindestens zwei. Somit bleiben mehr Fahrzeuge und Fahrer für andere Einsätze frei“, erklärt Tießen die Vorteile der Neuanschaffung.

Die Feuerwehren im Umland hätten in den vergangenen Jahren ebenfalls neue und leistungsstärkere Ausrüstung angeschafft. „Dadurch ergibt sich in den Planungen auf Landesebene, dass wir uns mehr auf Spezialaufgaben wie die Ölabwehr konzentrieren können, statt auf die Brandbekämpfung und auch für die umliegenden Wehren Ausrüstung bereitstellen können.“ Für solche „Pool-Lösungen“, die gemeinsam mit Kreisbrandmeister Frank Raether vorbereitet werden, sei der Wechsellader das optimale Fahrzeug.

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