Komödie : Nervensägen unter sich

Berufskiller in Not: Winfried Glatzeder (r.) mit Francois (Marcus Ganser) und dem dauerpräsenten Hotelpagen (Gerd Lukas Storzer).
Berufskiller in Not: Winfried Glatzeder (r.) mit Francois (Marcus Ganser) und dem dauerpräsenten Hotelpagen (Gerd Lukas Storzer).

Wirren im Hotelzimmer: Berliner „Komödie am Kurfürstendamm“ unterhält im theater itzehoe. Star auf der Bühne: Winfried Glatzeder.

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21. März 2014, 05:00 Uhr

Zwei Stunden Lächeln, Lachen und Schenkelklopfen servierte „Die Nervensäge“ im theater itzehoe. Francis Vebers Boulevard-Komödie zieht in Jürgen Wölffers Inszenierung alle Register des Klamauktheaters. Das fünfköpfige Ensemble lässt nichts aus, was die Lachmuskeln in Bewegung hält.

Eine gänzlich konstruierte Story um ein versehentlich doppelt vermietetes Hotelzimmer konfrontiert die beiden Mieter mit ihren entgegen gesetzten Motiven, dort zu sein. Berufskiller Ralph will vom Fenster aus einen Gangsterboss auf der Straße erschießen, Hemdenvertreter Francois die Ehe mit seiner entlaufenen Frau kitten. Da prallen zwei Welten aufeinander, die der Hotelpage mit seiner Dauerpräsenz noch ordentlich durcheinander mischt. Die vierte Rolle obliegt einem Psychiater, dem neuen Lebensabschnittspartner besagter Ex-Gattin, die sich aber schon mit ihrem Reitlehrer auf den Liebesweg begeben hat. Kurz gesagt: Hier treffen nur Gehörnte aufeinander, jeder für sich eine Nervensäge.

Dazu präsentiert die Berliner „Komödie am Kurfürstendamm“ „Stars in Lebensgröße“, allen voran Winfried Glatzeder als Killer, der irgendwie noch ein Herz für den nervensägenden Underdog Francois hat. Den spielt Marcus Ganser mit leicht österreichischem Schmäh. Eigentlich will der Killer auch ihn erschießen, weil er das Zimmer partout nicht verlässt. Aber dann hilft er ihm, den dilettantischen Selbstmordversuch zu überleben, der das Badezimmer unter Wasser setzt. Für diesen Mutter-Teresa-Anfall wird der Berufsmörder versehentlich vom Psychiater (Matthias Friedrich) sediert. Was wiederum der nötigen Zielgenauigkeit höchst abträglich ist. Zwischendrin wuseln der penetrante Page (Gerd Lukas Storzer) und die abtrünnige und zum Schluss reumütige Ex-Gattin Louise (Gundula Köster).

Jux und Klamauk ohne Ende, sehr zum Wohlwollen des Publikums im gutbesetzten Theater, das sich über die von den Boulevard-Profis routiniert gesetzten Pointen köstlich amüsierte.

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