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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 21:46 Uhr

Autobahn 23 : Nervendes Nadelöhr beseitigt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Großes Volksfest in 20 Metern Höhe: Zweite Störbrücke eingeweiht. Ab 10. November rollt der Verkehr endlich vierspurig

von
erstellt am 26.Okt.2015 | 04:45 Uhr

„Das ist ein einmaliges Erlebnis – das muss man doch mitnehmen, das bietet sich ja im Leben nicht mehr“, sagt Charlotte Frevert. Deshalb ist sie mit Wilfried Burtzlaff aus Kellinghusen nach Itzehoe gefahren und wippt jetzt 20 Meter über der Stör im Takt der Jazz-Musik, die von der Bühne tönt. „Es ist ein sehr schönes Fest“, findet Charlotte Frevert. „Super Wetter, Essen, Musik, Aussicht – alles da!“

Nett sei es hier oben, finden auch Oliver und Daniela Kooistra aus Dägeling mit ihren Kindern Joost und Liv. Das Fest zur Einweihung der ersten neuen Störbrücke 2010 hat die Familie verpasst, bei der zweiten sei es diesmal ein Muss gewesen, dabei zu sein. Auch wenn sie auf einen noch besseren Ausblick im Hubsteiger lieber verzichtet. „Das ist zu hoch“, findet Liv und macht es sich lieber auf der Leitplanke bequem. „Hier geht es gerade noch so.“

Auch hunderte weitere Besucher aus der Region lockt das bunte Programm in luftige Höhen. Mit Kind und Hund pilgern sie auf das Bauwerk, besichtigen Einsatzfahrzeuge – und zücken immer wieder das Handy oder die Kamera, um ein Foto vom herrlichen Ausblick über das Störtal zu machen.

„Wann hat man jemals die Skyline von Itzehoe so in Augenschein?“, fragt auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer. Für ihn ist die Einweihung der zweiten Störbrücke „ein guter Tag für die Westküste“. Mit dem Lückenschluss der A 23 zwischen Itzehoe-Süd und -Nord, dessen Herzstück die neue Brücke ist, werde ein Nadelöhr beseitigt, „das lange genervt hat“.

Die A23 sei die Hauptachse aus der Metropole Hamburg zur „schönen Westküste“, unterstreicht Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Sie sei nicht nur wichtig für die Touristenströme, sondern auch für die Pendler. „Es ist eine Wachstumsachse für die gesamte Region.“ Das zeige auch ein Blick auf die Zahlen: Wurden im Jahr 2000 auf der Strecke noch 22  400 Fahrzeuge täglich gezählt, liegt die Prognose für 2020 schon bei 41  500. Die neue Störbrücke sei deshalb nicht nur „deutsche Ingenieurskunst vom Feinsten“, mit dem Ausbau der A23 werde auch ein wichtiger Beitrag zur Mobilitätssicherung der Bürger und zur wirtschaftlichen Standortsicherung der Region geleistet.

Auch deshalb fand das Projekt wohl trotz der baustellenbedingten Geduldsprobe so viel Rückhalt. „Wenn eine Region zu einem Projekt steht, kann auch so eine kurze Zeit eingehalten werden“, sagt Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, mit Blick auf die neun Jahre Bauzeit.

Die nächste Baustelle steht den Autofahrern allerdings schon bevor. Auch mit der B  5 als weitere Haupterschließungsachse bis hin nach Dänemark „haben wir noch viel vor“, so Enak Ferlemann. Am 15. Oktober sei der Planfeststellungsbeschluss für den zweiten Abschnitt des dreistreifigen Ausbaus der B  5 zwischen Itzehoe und Wilster ergangen, bestätigt Reinhard Meyer. Wenn alles nach Plan laufe, werde im zweiten Halbjahr 2016 mit dem Bau begonnen.

Und dann fehle nur noch eines: „Wir brauchen für diese Region die A20 mit der Elbquerung“, betont Meyer und großem Applaus der Zuhörer. „Das ist nicht nur ein Projekt für die Westküste, sondern für den ganzen Norden.“

Vorerst aber dürfen sich die Autofahrer zumindest auf der A23 über freie Fahrt freuen. Ab heute rollt der Verkehr einstreifig für jede Richtung durch den neuen Abschnitt, ab 10. November stehen alle vier Spuren zur Verfügung. Der gesamte 7,5 Kilometer lange Lückenschluss wird dann Ende Juni 2016 nach Bau des letzten zwei Kilometer langen Teilstücks im Bereich Breitenburg-Nordoe vollendet.  

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