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Demonstration : "Nein zu Kohlekraftwerken in Brunsbüttel!"

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Sie lehnen die in Brunsbüttel geplanten Meiler ab: Das machten 500 Demonstranten deutlich.

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erstellt am 16.Feb.2009 | 07:37 Uhr

Brunsbüttel | Ihren Protest gegen die drei in der Schleusenstadt geplanten Kohlekraftwerke brachten am Sonnabend über 500 Menschen bei einer Demonstration zum Ausdruck. Begleitet wurden sie von 47 Landwirten aus der Wilstermarsch, die den fast einen Kilometer langen Marsch vom Elbeforum bis zum Gustav-Meyer-Platz mit ihren Treckern anführten.
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Hinter der Demonstration stand die Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe. Sie fand für ihr Anliegen breite Unterstützung von Umweltorganisationen wie BUND, Greenpeace oder Klima- Allianz.
Der Bau von Kohlekraftwerken: "Dinosaurierpolitik"

Auch wen die Organisatoren mit einer größeren Beteiligung am Protestzug gerechnet hatten, war Karsten Hinrichsen am Ende zufrieden. "Wir werden in diesem Sinne weitermachen", erklärte der Sprecher der Bürgerinitiative.

Das dies wohl auch notwendig sei, machte Bärbel Höhn deutlich. Die Vize-Fraktionschefin von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, trat als Hauptrednerin aufs Podium. Sie rief die Bevölkerung aus der Region dazu auf, sich "gegen die Dinosaurierpolitik" zu wenden. Denn Kohlekraftwerke seien "gesundheitsschädlich, Klimakiller und unwirtschaftlich".
"Diese Kraftwerke holen die schmutzige Industrie hierher"

Höhn meldete deutliche Kritik an: "Es kann nicht sein, dass sich die Bundeskanzlerin in Heiligendamm hinstellt und sagt, sie ist für den Klimaschutz, wenn auf der anderen Seite ihre CDU-Kollegen überall Kohlekraftwerke bauen wollen."

Das Argument, die Meiler brächten neue Arbeitsplätze, sei schwach: "In so einem Kraftwerk arbeiten nicht so Viele", erklärte Höhn. Und sie warnte vor der weiteren Entwicklung in Brunsbüttel: "Diese Kraftwerke holen die schmutzige Industrie hierher." Einzig sinnvoll sei der Einsatz regenerativer Energien. Auch das sei in Brunsbüttel im großen Stil möglich.
Bauern sind in Sorge

"Ich finde es toll, wie viele Leute hierher gekommen sind. Ich finde es toll, dass die Bauern mit ihren Treckern gekommen sind", stellte die Politikerin fest.

Was den Landwirten auf den Nägeln brennt, machte Thomas Göttsche deutlich: "Wir Bauern aus der Wilstermarsch und den Brunsbütteler Randgebieten wollen auf unsere Ängste und Bedenken hinweisen."
Landwirte wollten auch in Zukunft schadstofffreie Produkte erzeugen
Feinstäube, CO2 und Schwermetalle aus den Kraftwerksschloten könnten "unsere wertvollen Böden in der Marsch kontaminieren". Wer im Sommer durch die Wilstermarsch fahre, sehe glückliche Kühe auf den Weiden - ein Bild, mit dem auch der Tourismus in der Region werbe. Rauchende Kraftwerksschornsteine machten dies kaputt. "Wollen wir das?", fragte Göttsche und schob die Antwort nach: "Nein! Darum sind wir hier."

Die Landwirte wollten auch in Zukunft gesunde, schadstofffreie Produkte erzeugen, so Göttsche. "Deshalb appellieren wir an die Verantwortlichen Politiker, nehmen Sie Abstand vom Bau neuer Kohlekraft werke!"
"Altertümliche Technologien"
Es seien nicht nur Einzelpersonen, die den Politikern "auf den Keks gehen", es sei eine Vielzahl besorgter Menschen in der Region, die sich gegen die Meiler aussprechen. Göttsche: "Die Natur braucht uns nicht, wir brauchen aber die Natur."

Auch Dithmarschens Juso-Chef Fait Strakjerjahn betonte, es bestehe keine Notwendigkeit, in Brunsbüttel in "altertümliche Technologien" zu investieren. Damit schloss er sich Bärbel Höhns Forderung an: "Nein zu Kohlekraftwerken in Brunsbüttel!"
Protest aufrecht erhalten
Marlies Fritzen, Landesvorstand Bündnis 90/Die Grünen, empfahl: "Halten Sie den Protest aufrecht." Denn die Ablehnungen müsse bei den Verantwortlichen in der Politik ankommen.

Dafür will die Bürgerinitiative sorgen: Ab heute soll es jeden Montag um 17 Uhr vor dem Brunsbütteler Rathaus eine Protestveranstaltung geben.

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