Naturschutz aus Kinderhand

Die Schüler der Fief-Dörper-School freuen sich über die Auszeichnung.
Die Schüler der Fief-Dörper-School freuen sich über die Auszeichnung.

Umweltpreis des Kreises Dithmarschen für engagierte Projekte vergeben / Sieger kommen aus Hochdonn

shz.de von
22. Juli 2015, 11:31 Uhr

Im Garten helfen, Tiere füttern – Jöris Streich ist gerne in der Natur. Auch seine siebenjährige Schulkameradin Romy Pusch liebt die Arbeit im Garten. Vor drei Jahren hat Lehrerin Uschi Grimminger an der Fief-Dörper-School in Hochdonn das Projekt „Garten der Kontinente“ ins Leben gerufen. Es wird gesät, geerntet und erklärt, in welchen Ländern, welche Pflanzen wachsen. Für die Idee und Umsetzung hat die Schule jetzt den ersten Platz beim Umweltpreis des Kreises Dithmarschen erhalten.

Einmal jährlich macht sich eine fünfköpfige Gruppe von Juroren auf den Weg und klappert alle Dithmarscher Schulen ab, um sich vor Ort einen Eindruck von der Leistung der Kinder und Jugendlichen zu verschaffen. Die Ideen sind ganz unterschiedlich und reichen von Nistkästen für Höhlenbrüter über die Anzucht von Sommerblumen bis zu einem Schulbiotop. Natur zu erfahren und zu schützen, ist das Ziel des Umweltpreises, der jährlich an die Klassenstufen 1 bis 13 verliehen wird.

14 Bildungseinrichtungen wurden in diesem Jahr für ihr Engagement für Flora und Fauna ausgezeichnet – unterteilt nach Altersstufen. „Ich bin jedes Mal überrascht und begeistert von so vielen Aktivitäten zum Umweltschutz“, schwärmt Landrat Dr. Jörn Klimant, der jedem Preisträger gratuliert und jeder Klasse einen Scheck in die Hand drückt. Gesponsert von den Stadtwerken Heide und den Wasser- und Abwasserverbänden des Kreises mit insgesamt 5000 Euro. Für Klimant ist das Engagement der Schüler wichtig. „Wir brauchen nicht nur politische Debatten, sondern Naturschutz um Anfassen“, so der Landrat. Und genau dafür sorgen die engagierten Schüler. Doch alles hänge von den Lehrern ab – auf die komme es an, so Wilhelm Malerius, Vorsitzender des Agrar- und Umweltausschusses des Kreises. Das Engagement ist groß. Beschweren kann sich Malerius nicht. Inzwischen bewerben sich so viele Schulen um den Umweltpreis, dass ein Tag zur Begutachtung nicht mehr ausreicht. Viel zu schade ist es für Malerius, durch die Projekte zu hetzen. Im kommenden Jahr wird er sich mehr Zeit lassen, um damit auch die Ideen besser zu würdigen. Zwei Tage hat die Jury dafür eingeplant.

Ergänzt wird die Preisverleihung mit der Auszeichnung der „Zukunftsschule SH“ – eine Initiative des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein. Vier Schulen in Dithmarschen wurden jetzt dafür ausgezeichnet, dass sie sich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auf die Fahnen geschrieben haben.

Bei der „Zukunftsschule.SH“ arbeiten Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften und außerschulischen Partnern an vielfältigen, aktuellen und zeitgemäßen Unterrichtsprojekten. Ziel ist es, die Bearbeitung der Themen wie Wasser, Lebensräume, Ernährung oder Mobilität in den Schulalltag zu integrieren – im täglichen Stundenplan oder Projekten. Es soll Kinder und Jugendliche in die Lage versetzen, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigen Handeln auf künftige Generationen auswirkt.


>Die Erstplatzierten des Umweltpreises:
Klassenstufe 1 bis 4: Fief-Dörper-School in Hochdonn
Wulf-Isebrand-Schule in Schafstedt
Klassenstufe 5 bis 9: Gemeinschaftsschule am Brutkamp in Albersdorf
Gemeinschaftsschule am Hamberg in Burg
Klassenstufe 10 bis 13: BBZ Meldorf

>Preisträger „Zukunftsschule.SH“:
Schulen am Moor in Heide, Grund- und Gemeinschaftsschule St. Michaelisdonn, Werner-Heisenberg-Gymnasium Heide und das Gymnasium Marne.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen