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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 20:01 Uhr

Hühnerbach : Natur-Idylle auf dem Weese-Gelände

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Arbeiten zur Freilegung des Hühnerbachs beginnen. Auf dem ehemaligen Weese-Gelände entsteht ein naturnahes Freizeitgelände.

von
erstellt am 08.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Der Bagger ist angerollt, ein riesiger Berg Steine ist aufgetürmt – alles ist vorbereitet. Auf dem Gelände unterhalb der Jahnstraße beginnen die Arbeiten zur Freilegung des Hühnerbachs. Es ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem attraktiven Naherholungsraum, der auf dem früheren Gelände der Gebäckfabrik Weese und der südlich angrenzenden Freudenthaler Wiese entstehen soll.

Gestern markierten Heinz-Rüdiger George, Leiter der Umweltabteilung, sowie Mitarbeiter der Stadtplanungsabteilung und der Stadtentwässerung mit Pfosten die Oberkante des Bachs als Hilfslinie für die Firma, die mit der Freilegung beauftragt wurde. Durch den Vermessungsplan geht hervor, wie breit der Bach ist und wie sein genauer Verlauf aussieht. Die genaue Festlegung ist in der Praxis allerdings weitaus schwieriger, als es in der Theorie klingt. „Im Gelände eine Böschungskante abzustecken, ist ein größerer Aufwand“, sagte George. „Den Plan auf das Gelände zu projizieren, ist das eine – das andere ist, was man dann direkt vor Ort vorfindet. Da darf man die Nerven nicht verlieren.“

Begonnen wird im Süden, oberhalb des Wegs, der von der Talstraße aus das Gelände quert. Von dort aus arbeiten sich die Fachleute Richtung Norden hoch, wo jetzt noch Reste des Bachs fließen. Das Wasser müsse zeitweilig umgeleitet und durch die alte Verrohrung geführt werden, damit die Arbeiten an der Anschlussstelle im Trockenen ausgeführt werden können, erklärte George. Der Zaun und die alten Mauerreste, die jetzt am Bach zu finden sind, werden beseitigt.

Über eine Strecke von rund 350 Metern darf der Hühnerbach wieder offen über das gesamte Gelände fließen, an drei Stellen werden mit großen Betonrohren Querungen geschaffen, an denen auch Geländer angebracht werden: im Norden bei dem Weg, der parallel zur Jahnstraße verläuft, in der Mitte des Geländes sowie am Weg zur Talstraße.

Wenn alles fertig ist, wird die alte Verrohrung zumindest teilweise aufgehoben und Kontrollschächte mit Beton aufgefüllt, so dass keine Hohlräume entstehen. „Auf der alten Leitung steht zum Teil der Baumbestand, deshalb kann man sie nicht rausnehmen“, erklärt George. Der Bach wird ein sanftes Gefälle haben, Abstürze wie jetzt an der Jahnstraße wird es nicht mehr geben – auch zum Wohle der Fische. Zudem werden ein paar Senken angelegt, in denen sich Regenwasser sammelt. „Dort können Frösche laichen und sich Libellen ansiedeln“, erklärt George. Die Öffnung des Hühnerbachs wird zu 100 Prozent von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises gefördert.

Städtebaufördermittel fließen in die Maßnahme, die sich auf der westlichen Seite anschließt: Dort soll später ein Freizeitgelände entstehen – mit Liege- und Spielwiese, Wasserspiel, Bänken und sogar einem Toilettenhäuschen. „Es wird ein Nebeneinander von Natur und naturnaher Grünanlage“, so George. „Ich bin zuversichtlich, dass das Gelände Zuspruch findet.“

Das Gebiet sei eines der „Sahnestückchen“ Itzehoes, meint George und ist begeistert, dass von einer Bebauung des Geländes Abstand genommen wurde. „Das hatten wir ja gar nicht zu träumen gehofft, dass wir einmal in diese Situation kommen.“ Der Talraum, der jetzt wieder entsteht, sei ganz eigentümlich für Itzehoe. „Das ist durchaus vergleichbar mit der Störschleife, was wir der Stadt dadurch wieder zurückgeben können.“

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