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Norddeutsche Rundschau

24. September 2017 | 08:48 Uhr

Bilanz : Nasse Segelsaison geht zu Ende

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bilanz der Glückstädter „Hafenmacher“ fällt durchwachsen aus – aber trotz schlechten Wetters Gästezahlen wie im Vorjahr.

„Ich hatte dieses Jahr mehr Hafenliegetage als sonst, war aber auch auf einem Törn in der Ostsee.“ So zieht Johann Steffen die Segelbilanz für dieses Jahr. Der ehemalige Vereinsvorsitzende des Glückstädter Segelvereins (SVG) liegt mit seinem Holzschiff „Strandläufer“,Baujahr 1965, im Binnenhafen. „Bei einem Holzschiff in dem Alter gibt es immer was zu tun“, ist er aber trotzdem nicht unzufrieden.

Einige Plätze weiter packen Lieselotte und Josef Pohl auf ihrer „Nordwest“ die Segel ein. „Wir wollen nächste Woche aus dem Wasser. Im September machen wir eine Auslandsreise und danach kommen wir doch nicht mehr los“, begründet Lieselotte Pohl ihren Entschluss. Ihr Mann Josef resümiert: „Mit unserem Schiff waren wir dieses Jahr nur auf der Elbe unterwegs. Eine Reise habe ich noch mit einem befreundeten Segler nach Friedrichstadt gemacht.“ Vielleicht war das für sie die letzte Segelsaison, denn im nächsten Jahr wollen sie ihr Schiff verkaufen.

Das schlechte Wetter in diesem Jahr mit wenig zusammenhängenden Sonnentagen ist der Grund für die mäßige Stimmung der Segler. Und trotzdem ist die Zahl der Gastlieger stabil geblieben. Hafenmeister Klaus Kühn ist zufrieden: „Mit 3000 Übernachtungen ist für dieses Jahr sogar eine leichte Steigerung zu verzeichnen.“ Meist kommen die Boote am Donnerstagabend oder am Freitag und bleiben bis Sonntag. „Nach den Ferien wird der Hafen noch voller, denn viele sind dann von den großen Törns wieder zurück.“ Nach Ansicht von Klaus Kühn wird der Glückstädter Hafen immer beliebter. „Der Verein hat auch viel investiert. Die neue Steganlage hat sich bewährt und im nächsten Jahr sollen die Plätze am Wartesteg im Außenhafen noch einen Stromanschluss bekommen.“

Die Gastlieger kommen meist aus den Häfen der Unterelbe wie Hamburg, Wedel, Stade, Brunsbüttel und Cuxhaven. Darunter sind Stammgäste, die fast jedes Wochenende kommen. „In den Ferien waren auch Finnen, Schweden, Holländer und Engländer da, die auf der Durchreise nach Hamburg Station gemacht haben.“ Für die Übernachtung im Hafen ist ein Hafengeld je nach Bootsgröße zwischen sechs und zwölf Euro fällig. Bei seinem täglichen Rundgang achtet der Hafenmeister darauf, ob alle Boote bezahlt haben. „Wenn ich niemand an Bord antreffe und noch kein Umschlag im Kasten liegt, fotografiere ich das Boot.“ Bei Bezahlung wird das Foto gelöscht, ansonsten schickt er es an die Hafenmeister der Unterelbe. „Im Frühjahr habe ich alle Hafenmeister zum Frühstück eingeladen und wir haben uns in einer Whats-App-Gruppe gut vernetzt. Einmal habe ich ein Foto von einem Zechpreller verschickt, das gerade in Stade einlief und dann vom Hafenmeister in Empfang genommen wurde.“

Der Hafen hat 130 Liegeplätze, davon 70 im Binnenhafen. Mit seinen 350 Mitgliedern sind alle Plätze vereinseigen belegt. Der Segelverein Glückstadt wurde 1921 gegründet. In den ersten zehn Jahren der Vereinsgeschichte bildeten sich dann Unterabteilungen in Freiburg, Wischhafen, Wilster und Elmshorn. 1928 war der SVG der zweitgrößte Verein im Deutschen Segelbund. In den 1930er Jahren wurden aus den Unterabteilungen selbstständige Vereine. Geblieben ist das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Die Segelsaison endet offiziell mit dem heutigen Absegeln. Am 22. September findet dann in Zusammenarbeit mit dem Fischereiverein ab 18.30 Uhr noch eine Lampionfahrt durch den Binnenhafen statt.

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